Die Novemberausgabe der Unabhängigen bäuerlichen Stimme ist da – im neuen Gewand! Um die Zeitung attraktiv und lesefreundlich zu gestalten, haben wir uns für ein neues Layout entschieden und gleichzeitig wird aus der Unabhängigen Bauernstimme die Unabhängige bäuerliche Stimme. Ein paar Infos zu unseren Überlegungen gibt es weiter unten. Jetzt aber zum Inhalt:
Im Schwerpunkt beleuchten wir den aktuellen Stand bei den Plänen der EU für die nächste Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2028. Bernd Schmitz, Milchbauer mit Bio-Gemischtbetrieb und stellvertretender. Bundesgeschäftsführer der AbL, macht in seinem Kommentar deutlich, dass die geplanten Änderungen erhebliche Auswirkungen auf seinen Betrieb andeuten - mit schlechteren Bedingungen für Umweltleistungen und Unterstützung des ländlichen Raumes. Er fordert dazu auf, in der neuen GAP bewusst Stellschrauben zu nutzen für eine bäuerliche Landwirtschaft. Drei weitere Bauernstimmen erklären, wie sie mit ihrer Art zu wirtschaften davon profitieren, dass die Förderpolitik der letzten Agrarreformen sich zunehmend in Richtung öffentliches Geld für öffentliche Leistungen ausrichtete. Außerdem erklären Vicky Gaul und Henrik Maaß, AbL-Expert:innen für EU-Agrarpolitik und Koordination der Verbände-Plattform, die Möglichkeit die GAP-Gelder durch eine differenzierte Basisprämie besser zu verteilen als durch pauschale Flächenförderung. Hinzu kommt ein Beitrag, der die Norwendigkeit von Degression und Kappung bei steigender Betriebsgröße erläutert und weitere Punkte aufführt, wie sich das Werkzeug aus AbL Sicht praxistauglich und gerecht verbessern lässt.
Eine Erfolgsmeldung ist das von Niedersachsen beschlossene Agrarstrukturgesetz. Ein Artikel verdeutlicht, was das für die Stärkung von bäuerlichen Betrieben auf dem Bodenmarkt beitragen kann. Im Interview spricht die zuständige niedersächsische Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne) von einer „Signalwirkung für andere Bundesländer“.
Die Agrarministerkonferenz hat sich währenddessen auf ein „Regionalisierungsmodell“ für die Düngepolitik geeinigt. Die AbL-Referentin für Klimaschutz, Emma André, wirft einen Blick auf die Folgen, wenn Düngevorschriften rund um die roten Gebiete künftig auf Bundeslandebene entschieden werden sollen.
International war auch einiges in Bewegung: Der Alternative Nobelpreis ging an das Bäuerinnen-Netzwerk Rural Women Assembly, was sich über elf Länder des südlichen Afrika erstreckt. Die Unabhängige bäuerliche Stimme hat bei einer der Koordinatorinnen und Mitgründerin nachgefragt, was der Preis für sie bedeutet. Und von Emma Brandes gibt es einen Bericht über das Weltsozialforum in Cotonou, der Hauptstadt von Benin, an dem sie als Delegierte von Debt for Climate und der jungen AbL teilgenommen hat.
Wir wünschen eine anregende Lektüre!
In eigener Sache: Zeit für Veränderung bei der Unabhängigen bäuerlichen Stimme
Im vergangenen Jahr haben die Redaktion der Unabhängigen Bauernstimme, die Verlagsgeschäftsführung und der Aufsichtsrat des Verlags einen Prozess dazu begonnen, wie es mit unseren Medien weitergehen soll. Veränderung hin zu mehr Präsenz im Internet ist ein Schritt. Wir waren und sind uns aber auch einig, dass wir an unserer Monatszeitung im Print- und Onlineformat (E-Paper) festhalten wollen – mit aufgefrischtem Layout. Das Ergebnis ist nun im Druck bzw. online.
Aber nicht nur die bessere Lesbarkeit ist ein Ziel, sondern auch die zentrale Frage, für welche Inhalte steht die Zeitung, wer schreibt und für wen schreiben wir? „Eine Zeitung von Bäuerinnen und Bauern“, so steht es im Untertitel. Wir schreiben für Bäuerinnen und Bauern und für Menschen, die die Landwirtschaft bewegt. Die Situation, die Interessen und die Notwendigkeiten der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen für eine bäuerliche Landwirtschaft sind und bleiben Grundlage und Ziel unserer Arbeit.
Viele Menschen, die unsere Zeitung lesen, arbeiten in und an der Landwirtschaft, stehen ihr nahe, finden sich aber in der Bezeichnung „Bauer“ nicht wieder. Längst sind auf dem Lande und in den Städten auch andere Formen des Zusammenlebens und einer wertschätzenden Zusammenarbeit entstanden, die alle Geschlechter einbeziehen. Bäuerinnen arbeiten gleichberechtigt auf den Höfen, bzw. übernehmen die Hauptverantwortung. Weitere Berufsgruppen wie Gärtner, Imker, Obstbauern, Winzer und die Solidarische Landwirtschaft sind stärker eingebunden. Allen gemein ist aber die Einstellung, wofür sie mit ihrer Arbeit antreten. Für eine regionale, verbrauchernahe, klima- und ressourcenschonende Produktion von Lebensmitteln, ein Inbegriff von bäuerlicher Arbeitsweise. Diese Gemeinsamkeit sollte sich in einem neuen Titel wiederfinden. Somit haben wir uns entschlossen, aus der Unabhängigen Bauernstimme eine Unabhängige bäuerliche Stimme zu machen.
Noch mag der Titel sperrig klingen, aber wir glauben, dass wir hiermit nach 50 Jahren Bauernblatt/Bauernstimme auf einem guten Weg in die Zukunft sind. Weitere Neuerungen werden derzeit umgesetzt. Die Homepage www.bauernstimme.de wird zu einer Nachrichtenseite umgebaut, auf der sich Meldungen aus dem wöchentlichen Nachrichtenbrief und der monatlichen Unabhängigen bäuerlichen Stimme versammeln. Der Verlag erhält mit seinem Buch-Shop eine eigene Seite: www.abl-verlag.de. Schaut mal rein!
Redaktion, Geschäftsführung und Aufsichtsrat des ABLBauernblatt-Verlags