Rückschau EU-Bioverordnung

Einen Meilenstein für das Wachstum der Bio-Branche nannte die EU-Kommission den nach zähen Verhandlungen erreichten Kompromiss zu EU-Bioverordnung. Dabei sind auf dem Weg dahin nicht wenige Gefechte ausgetragen worden. Alte Allianzen zerbrochen und überraschende Entstanden. Von einer Verweigerungshaltung vor allem der deutschen Bioverbände sprach so mancher. Sie forderten bis fast zum Schluss die neue Verordnung abzulehnen. „Ein für die Betreuung der Triloge zuständiger Beamter des Parlaments bemerkte am Ende der Verhandlungen, die deutsche Biolobby sei bisweilen aggressiver und arroganter aufgetreten als die deutsche Automobilindustrie.“ berichtet Hannes Lorenzen von ARC 2020 in der aktuellen Ausgabe der Unabhängigen Bauernstimme. Nicht nachvollziehbar gewesen sei, weshalb die Verbände wichtige Verbesserungen, wie die Harmonisierung auf einen EU-Standard bei Importware aus Drittstaaten und das Auslaufen zahlreicher Ausnahmeregelungen, die konventionelle Praktiken und Material erlauben, so strikt ablehnten. Bis zum Inkrafttreten 2021 sind jetzt weitere Schritte, z.B. die Erstellung delegierter Rechtsakte, notwendig. Vor allem jetzt in der konkreten Ausgestaltung kommt es auf Zusammenarbeit an, damit die Verordnung auch in der Praxis ein taugliches Hilfsmittel ist.

19.02.2018
Von: mn

Foto: Ganschow/Die Auslöser