Höfe statt Holdings!

Zivilgesellschaftliches Bündnis protestiert vor „Investorenkonferenz“ in Berlin.

Anfang Juni hat die AbL in einem breiten Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen – u. a. mit „Finanzwende“, Verdi und dem Deutschen Mieterbund (DMB) – gegen die Investorenkonferenz „SuperReturn International“ in Berlin vor dem Hotel InterContinental protestiert. Die Veranstaltung ist das weltweit wichtigste Treffen von Geldgeber:innen und Finanzinvestoren im Bereich Private Equity – eine Branche, die in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens erheblichen Schaden angerichtet hat, vom Mietmarkt über den Gesundheitssektor bis zur Landwirtschaft. In diesem Bündnis kann die AbL der breiten Gesellschaft klarmachen, was auf den Äckern passiert: der Ausverkauf bäuerlicher Daseinsvorsorge an weltweite Investor:innen. Zwischen Konferenzbesuchern und dem Hotel standen unzählige kleine Holzhäuser (Tiny Houses), angemietet von weltweiten Großkonzernen wie BlackRock und Co., um dort hinter verschlossenen Türen „Milliardendeals“ abzuschließen – Deals, die über Äcker und Lebensmittel, über Wohnen und Gesundheit entscheiden. Umso wichtiger war es, dem etwas entgegenzusetzen.

Die AbL und die junge AbL waren zahlreich, lautstark und bäuerlich stark vertreten und gaben der Versammlung Schwung und gute Laune trotz der Übermacht uns gegenüber. Eberhard Prunzel-Ulrich und Antje Hollander machten als Redner:innen klar: Was wir brauchen, sind Höfe statt Holdings! Bäuer:innen können nicht mit internationalen Großkonzernen um Land und Betriebe konkurrieren, junge Existenzgründer:innen ohne Land noch viel weniger. Kapitalstarke Investoren treiben die Bodenspekulation in immense Höhen. Damit ist keine zukunftsfähige Landwirtschaft für Mensch, Tier und Planet möglich.

Um eine vielfältige, krisenresiliente Landwirtschaft und eine regionale Versorgung der Gesellschaft mit guten Lebensmitteln sicherzustellen, muss die Politik jetzt handeln. Die Gesellschaft zahlt den Preis für die Geschäfte und Super-Rendite der Superreichen. So erklärte Jorim Gerrard, Experte für Finanzsystem und Realwirtschaft bei „Finanzwende“: „Ihre Renditen sind allein durch kluges Wirtschaften nicht zu erklären, sondern entstehen durch eine massive Umverteilung von unten nach oben. Finanzinvestoren handeln aber nicht mit Spielgeld, sondern mit den Lebensumständen echter Menschen. Darunter leiden vor allem die Schwächsten.“

Protest bei den Superreturnern Foto: Grodotzki