Vier Schweizer Volksbegehren zur Zukunftsausrichtung der Landwirtschaft

Für die Volksinititative „Für Ernährungssouveränität“ hat die Schweizer Bauernorganisation Uniterre, Mitglied der internationalen Bewegung La Via Campesina und der europäischen Milchbauernvereinigung European Milk Board (EMB), gemeinsam mit 70 weiteren Organisationen mehr als 109.000 beglaubigte Unterschriften gesammelt und in der Bundeskanzlei eingereicht. Die Initiative wendet sich gegen die derzeitige auf Wachstumsstrategien setzende Agrarpolitik, die mehr Ressourcen verbrauche als unter dem Strich produziere. Gefordert wird eine bäuerlich nachhaltige, regionale, einträgliche, klimaschonende und gentechnikfreie Landwirtschaft mit regionalen Verarbeitungs- und Versorgungsstrukturen.

Seit Sommer 2014 ist dies die vierte eingereichte Volksinitiative in der Schweiz. Die Initiative „Für Ernährungssicherung“ des Schweizer Bauernverbandes hatte rund 147.000 Unterschriften gesammelt und zielt darauf ab, in einem ergänzenden Verfassungsartikel festzulegen, dass der Bund die Selbstversorgung aus Schweizer Produktion stärken solle. Die Forderungen dahinter umfassen u.a. den Kulturlandschutz, Reduzierung des bürokratischen Aufwands und die Gewährleistung von Investitionssicherheit.

Weiterhin gibt es eine Inititative der Grünen zum Thema „Fair Food“, bei der für importierte Nahrungsmittel ökologische und soziale Standards eingeführt werden sollen.Die Interessengemeinschaft Hornkuh wiederum will die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere in die Verfassung aufgenommen wissen. Agrarpolitische Maßnahmen sollen die multifunktionalen Aufgaben der Landwirtschaft erfüllen helfen und „mit wirtschaftlich lohnenden Anreizen Produktionsformen, die besonders naturnah, umwelt- und tierfreundlich sind,“ fördern und insbesondere dafür sorgen, „ dass Halterinnen und Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen.“

05.04.2016
Von: cw