Gockelprojekt in Baden-Württemberg zur Aufzucht von „Bruderhähnen“

Die Werbe-Erzeugergemeinschaft "08 – Eier aus Baden-Württemberg" hat einen Versuch gestartet: Von der Legehennenlinie 'Sandy' mit cremefarbenen Eierschalen werden neben 3.000 Legehennen auch 3.000 männliche Tiere aufgezogen. Die Gockel sollen nach 12 Wochen mit etwa 1.200 Gramm Lebendgewicht geschlachtet werden. Absatzmöglichkeiten für das Hähnchenfleisch müssen noch gefunden werden. Die Hennen bleiben bis zur Legereife 20 Wochen im Aufzuchtbetrieb und werden dann an Legehennenbetriebe zur Eiererzeugung verteilt. Um den Mehraufwand der Gockelaufzucht zu finanzieren, wird der Preis pro Ei um einige Cent erhöht. Die Möglichkeit, die "Projekt-Eier" farblich von weißen oder braunen Eiern der sonst gängigen Legehennenzuchtlinien zu unterscheiden, soll dazu dienen, dass die Menschen im Laden optisch erkennen können, ob Bruderhähne aufgezogen wurden. Die männlichen Tiere von Legeleistungsrassen werden ansonsten zur Zeit auf Grund unwirtschaftlicher Mastleistung üblicherweise kurz nach dem Schlupf getötet. Diese durch Aufspaltung der Hühnerzucht in zwei unterschiedliche Hochleistungsziele entstandene Praxis steht zunehmend in der Kritik. 

23.03.2016
Von: cw