EMMI versucht die Milch zu drosseln

Jetzt ist auch die größte Molkerei in der Schweiz, EMMI, den Schritt gegangen zu versuchen die Milchmenge über einen Bonus zu reduzieren. EMMI kündigt an für jedes Kilo Milch, dass gegenüber dem Vorjahresmonat weniger geliefert wird den Bauern 10 Rappen (ca. 9 Cent) zu zahlen. Befristet ist die Maßnahme für die Monate März und April. Die Maximalmenge ist 50 Prozent der Vorjahresmenge. Möglichkeiten der Reduzierung sei es Altkühe abzustoßen, Milch zur Kälbertränke einzusetzen oder den Kraftfuttereinsatz zu reduzieren. Schon Ende Januar hatte der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) die bauern aufgefordert die Milchmenge um 3 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig erteilte der SMP-Vorstand einer Mengensteuerung eine Absage. Friesland-Campina hatte den sie beliefernden Milchbauern in der Zeit vom 1. Januar bis zum 11. Februar 2016 für eine stabile oder rückläufige Anlieferungsmenge eine Bonuszahlung von 2 ct/l Milch gezahlt. Über 60 % der Campinalieferanten hatten sich an dem Reduktionsprogramm beteiligt. Auch Friesland-Campina schließt ähnlich der SMP eine dauerhafte Marktregulierung aus. Einen klaren Appell in Richtung der Molkereiindustrie formuliert Ottmar Ilchmann, aus dem Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und selbst Milchbauer: „Ganz besonders diejenigen deutschen Molkereien wie das Deutsche Milchkontor DMK, die den Bauern einen niedrigeren Milchpreis zahlen als Friesland-Campina, fordern wir auf, die Staffel der Niederländer zu übernehmen und einen ähnlichen Bonus für Mengenvernunft kurzfristig einzuführen. Das sollte auf der außerordentlichen Vertreterversammlung der größten deutschen Molkerei DMK am 23. Februar beschlossen und verkündet werden“

18.02.2016
Von: mn