Landwirtschaft und Ernährung bilden das Fundament einer neuen Klima- und Artenschutzpolitik

Bioland fordert die künftigen Regierungs-Parteien auf, sich mit großen Ambitionen beim Klima- und Artenschutz auf eine Neuausrichtung der Agrar- und Ernährungspolitik vorzubereiten. Die Notwendigkeit zur Veränderung sei immens.

„In der Dynamik der aktuellen Regierungsbildung stehen Veränderungsprojekte für unser Land im Fokus. Das ist gut und wichtig. Dabei muss die Priorität auf dem Fundament unserer Lebensgrundlagen liegen: Landwirtschaft und Ernährung sind die Basis unserer Gesellschaft und Wirtschaft, ohne die nichts Anderes möglich ist“, kommentiert Bioland-Präsident Jan Plagge die aktuellen.

Während sich zahlreiche Spitzenpolitiker*innen in Position für die besonders populären Minister*innen-Posten bringen, werde vergessen, dass so gut wie alle aktuellen Herausforderungen, vom Klima- und Artenschutz über die Gesundheit bis hin zu funktionierenden Stadt-Land-Beziehungen, in der Ausrichtung von Landwirtschaft und Ernährung ihren Anfang finden. Daher müssten gerade die Politiker*innen der Parteien, die große Ambitionen bei der Bewahrung unserer Lebensgrundlagen haben, sich für die politische Neuausrichtung in diesem Ressort und damit für das Ressort selbst einsetzen.

„Man kann die Bereiche Klima- und Artenschutz sowie Ernährung und Landwirtschaft nicht getrennt voneinander denken. Das 1,5 Grad-Ziel ist ohne eine konsequente und vor allem kohärente Neuausrichtung der Rahmenbedingungen im Ernährungs- und Agrarbereich nicht zu schaffen“, betont Bioland-Präsident Plagge. „Die politische Verantwortung für Landwirtschaft und Ernährung spielt bei den aktuellen Herausforderungen also eine sehr gewichtige Rolle und ist daher zurecht auch ein zentraler Baustein des Green Deals sowie des ökologischen Umbaus der Wirtschaft insgesamt.“

Aktuell passen Anspruch und Wirklichkeit nach Ansicht von Plagge jedoch noch nicht zusammen. „Sehr viele Betriebe in Erzeugung, Herstellung und Handel sowie eine breite Mehrheit der Bürger*innen sind bereit für mehr Arten- und Klimaschutz, Tierwohl und die Stärkung regionaler Wertschöpfung. Doch die Rahmenbedingungen stimmen einfach nicht: von der Honorierung gesellschaftlicher Leistungen durch die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP), über das Fach- und Baurecht, bis hin zur Kennzeichnungspolitik – auf allen Ebenen besteht dringend Handlungsbedarf“, beschreibt der Bioland-Präsident die Situation. „Nach Jahren weitgehender Stagnation ist die Notwendigkeit zur Veränderung nun sehr hoch. Bioland steht zusammen mit seinen Bündnispartnern bereit, diesen Prozess nach Kräften zu unterstützen“, so Plagge.