VLOG: Nach Erfolgsgeschichte bei Milch ohne Gentechnik soll Frischfleisch folgen

Der Markt von tierischen Produkten, die mit Futtermitteln „ohne Gentechnik“ erzeugt wurden, wächst weiter. So werden über drei Viertel der Milch in Deutschland inzwischen gentechnikfrei hergestellt, der Anteil liegt bei insgesamt 76 Prozent (inkl. Bio-Milch). 2011, drei Jahre nach Einführung der freiwilligen „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung, waren es fünf Prozent.

Für VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting ist klar: „Die Entwicklung bei ,Ohne Gentech­nik‘-Milch ist eine enorme Erfolgsgeschichte. Vom Nischenprodukt ist sie innerhalb von nur zehn Jahren schon fast zum allgemeinen Standard geworden. Drei von vier Litern Milch in Deutschland sind gentechnik­frei. Die ganz große Mehrzahl der Milchpackungen ist inzwischen mit der grünen ‚Ohne GenTechnik‘-Raute ausgezeichnet.“ Auch die Mehrzahl der Hühner, Puten und anderem Geflügel in Deutschland würden inzwischen gentechnikfrei gefüttert, so dass Eier und Geflügelfleisch zu rund zwei Dritteln „Ohne Gentechnik“ sind.

„Die AbL begrüßt, dass sich auch im tierischen Bereich ein Markt „ohne Gentechnik“ entwickeln konnte. Der Anbau ist in Deutschland seit Jahren gentechnikfrei – ebenso ein großer Wettbewerbs­vorteil für Bäuerinnen und Bauern. Beides sichert die Wahlfreiheit für Konsu­ment:innen, die nach wie vor zu einem großen Teil keine Gentechnik auf ihrem Teller haben wollen. Aus bäuerlicher Sicht ist aber entscheidend, dass die Erzeuger:innen für ihren Mehraufwand und Mehrkosten auch angemessen bezahlt werden – da ist noch viel Luft nach oben“, so Annemarie Volling, Gentechnikexpertin der AbL.

Bei Rind- und Schweinefleisch liegt der Anteil bisher deutlich niedriger. Das dürfte sich aber bald ändern, so der VLOG auf der aktuell stattfindenden Lebensmittelmesse Anuga in Köln. Denn mehrere große Lebensmittelhandelsunternehmen wie Aldi, Lidl, Rewe und Edeka haben angekündigt, ihr Frischfleischangebot in den nächsten Jahren Schritt für Schritt auf höhere Haltungsstufen umzustellen. Das bedeutet neben mehr Tierwohl auch weniger Gentechnik, denn bei Haltungsstufe 3 und 4 gehört auch gentechnikfreie Fütterung zum Programm.

„Durch die Tierwohl-Initiativen wird der Anteil gentechnikfreier Produkte auch bei Schweine- und Rindfleisch automatisch stark zunehmen“, erklärte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting auf der. „Bessere Tierhaltung und Gentechnikfreiheit zusammen sind ein überzeugendes, nachhaltiges Gesamtpaket für die Kundinnen und Kunden, besonders wenn es deutlich als solches erkennbar ist. Deshalb hat der Einsatz der grünen "Ohne GenTechnik"-Raute neben der Haltungsform-Kennzeichnung auch einen klaren Mehrwert.“

Dier Supermarktkette Tegut sieht sich als einen der Pioniere von „Ohne Gentechnik“-Rind- und Schweinefleisch. Dies gehöre für Tegut schon länger zusammen und werde auch deutlich gekennzeichnet. „Wir freuen uns und sind auch ein bisschen stolz, wenn wir damit einen Trend ausgelöst haben, der am Ende dazu führt, dass in einigen Jahren auch bei Rind- und Schweinefleisch ‚Ohne Gentechnik‘ zum Basisstandard wird, wie er es bei Milchprodukten schon jetzt ist,“ so Fritz Konz, Leiter für Qualität und Umwelt bei Tegut.