Landjugend: Ländliche Räume gegen rechtsextreme Vereinnahmung schützen

Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) ruft anlässlich der anstehenden Wahlen – u.a. die des Bundestages – alle Landjugendlichen auf, wählen zu gehen und den rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppierungen und Parteien in diesem Land eine klare Absage zu erteilen.

„Demokratie und menschliche Haltung und Anstand beinhalten für uns nicht nur Mitbestimmung, sondern auch Menschenwürde, Freiheit, Solidarität, Meinungsfreiheit sowie die Gleichwertigkeit aller Menschen“, so BDL-Vize Anne-Kathrin Meister.

„Wir lassen nicht zu, dass die ländlichen Räume und jungen Menschen, die dort leben, von Rechtsextremen, ihrer menschenverachtenden Ideologie und Propaganda vereinnahmt werden. Wir wollen die demokratische Kultur stärken.“ Ein Versprechen, das der Bund der BDL vor 13 Jahren in seinem Grundsatzpapier „NEIN zu Rechtsextremismus und Rassismus“ gegeben hat und das nach Ansicht des BDL heute leider aktueller als zum Zeitpunkt des Beschlusses in der Mitgliederversammlung 2008 ist. Für den Jugendverband und die rund 100.000 ehrenamtlichen Aktiven, die der BDL vertritt, steht darum fest: Landjugend wählt! Keine Nazis! Keine Extremist:innen! Keine Rassist:innen!

Der Jugendverband bleibt bei seiner Analyse von 2008: „Es ist notwendig, die ländlichen Räume gegen rechtsextreme Vereinnahmung zu schützen. Rechtsextreme rechnen in den ländlichen Räumen generell mit weniger Gegenwehr; im Vergleich zum städtischen Raum erscheint die Ansprache von jungen Menschen über jugendkulturelle Angebote einfacher. Insbesondere dort, wo es an Jugendarbeit und sozialer Infrastruktur mangelt, sehen wir die Gefahr, dass finanziell gut ausgestattete rechtsextreme Gruppierungen die Lücken füllen und bessere Angebote machen können. Wir wollen keine Heimat, die verbohrt, abgeschlossen und rassistisch ist.
Entschiedenes Handeln sowie ein Zusammenhalt aller Akteur:innen in den ländlichen Räumen ist gefragt, um die rechtsextremen Aktivitäten und ihre handelnden Personen zu stoppen. Die Schaffung und Erhaltung von attraktiven Lebens- und Bleibeperspektiven für junge Menschen lassen Angebote und Aktivitäten der Rechtsextremen ins Leere laufen.“

Das heißt aber für den BDL auch: Jede:r Einzelne und auch lokale bzw. agrarische Vereine und Verbände, Organisationen, demokratische Parteien und kommunale Ausschüsse müssen selbst auf Missstände vor Ort aufmerksam machen und gemeinsam nach Lösungen suchen bzw. sie an den entsprechenden Stellen anbringen. „Wir akzeptieren Rechtsextreme nicht als selbsternannte Sprecher:innen der ländlichen Räume“, betont Anne-Kathrin Meister stellvertretend für den BDL. „Es ist unser Lebensraum. Als junge Wähler und Wählerinnen stehen wir in der Verantwortung und wollen auch zeigen, dass rechte Politik bei der Jugend und in unserer Heimat keinen Anklang findet.“

17.07.2021
Von: FebL/PM

Bildquelle: BDL