Erzeugerpreise deutlich gesunken

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im Dezember 2020 um 9,1 % niedriger als im Dezember 2019. Einen ähnlich starken Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es zuletzt im Juli 2015 gegeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat November 2020 leicht um 0,3 %.

Die Preise für tierische Erzeugnisse gingen im Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,5 % zurück. Damit verstärkte sich der Rückgang im Vorjahresvergleich nochmals; im November hatte er -13,5 % betragen. Er kommt vor allem durch die bereits seit einigen Monaten sinkenden Preise für Schlachtschweine zustande. Die Preise gingen gegenüber Dezember 2019 um 39,9 % zurück (November 2020 gegenüber November 2019: -34,5 %) und erreichten damit den stärksten Rückgang seit Mai 2020.

Der Preisrückgang ist laut Destatis auf reduzierte Schlachtkapazitäten aufgrund von Corona-Auflagen in den Schlachthöfen zurückzuführen. Dadurch konnte das erhöhte Angebot an schlachtreifen Schweinen nicht vollständig abgenommen werden (sogenannter „Schweinestau“). Auch der Wegfall von Absatzmöglichkeiten durch die Schließung der Gastronomie und fehlende Großereignisse hätten sich nachfragedämpfend ausgewirkt. Zudem stocke aufgrund der Afrikanischen Schweinepest weiterhin der deutsche Export in Drittstaaten.

Bei den Preisen für Schafe und Ziegen wurde wie in den vergangenen Monaten eine entgegengesetzte Entwicklung beobachtet: Hier stiegen die Preise von Dezember 2019 bis Dezember 2020 um 18,7 %, von November 2019 auf November 2020 lag die Veränderung bei +22,1 %.

Preise für pflanzliche Erzeugnisse um 2,2 % gestiegen
Im Gegensatz zu den tierischen Erzeugnissen stiegen die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2 %. Der Anstieg ist vor allem auf den um 11,5 % höheren Preis für Getreide (insbesondere Brot- und Futterweizen) zurückzuführen. Ein Auslöser hierfür könnte die von Russland angekündigte Exportsteuer für Weizen sein. Des Weiteren ist eine erhöhte Nachfrage nach Weizen aus Importländern zu beobachten.

Beim Gemüse betrug die Preissteigerung im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat 10 %. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die Preissteigerungen bei Salat (+20,9 %) und Blumenkohl (+20,4 %) durch das witterungsbedingt verknappte Angebot.

Auch beim Obst kam es zu Preissteigerungen: Die Preise lagen im Dezember 2020 um 34,2 % höher als im Dezember 2019. Besonders auffällig waren hierbei die gestiegenen Erzeugerpreise für Tafeläpfel (+24,1 %). Die Preissteigerung ist hauptsächlich durch frostbedingte Ernteausfälle in Teilen von Deutschland begründet.

Für Speisekartoffeln hingegen sinken die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat bereits seit einigen Monaten. Im Dezember 2020 waren sie 50,8 % billiger und im November 2020 waren sie 49,2 % billiger als im Vorjahresmonat. Hierfür dürften vor allem die große Erntemenge und die fehlende Nachfrage von Gastronomie und Großküchen ausschlaggebend sein. Zudem findet kaum Ware den Weg in den Export.