UN-Bericht: Auf dem Weg zu drei Grad Erderwärmung

Anfang Dezember meldete ein neuer Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP), dass aktuell der weltweite CO₂-Ausstoß weiter steige– trotz Corona-Knick. Vor fünf Jahren verpflichteten sich 190 Staaten auf dem Pariser Klimagipfel darauf, ihren CO2-Ausstoß drastisch zu senken. Davon ist jedoch bis jetzt nicht viel zu spüren, 2019 stiegen die Emissionen sogar auf einen neuen Rekord. Der „Emissions-Gap-Report“ gibt jedes Jahr darüber Auskunft, ob die Anstrengungen der Länder als ausreichend einzuschätzen sind, das Zwei-Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. 2020 gab es leichte Rückgänge aufgrund der Corona-Pandemie – aber auch nur um bis zu sieben Prozent, was kaum einen Effekt auf den Langfristtrend habe. In einzelnen Ländern gebe es aber Lichtblicke. So sind die Emissionen in den 20 größten Volkswirtschaften der Welt schon vor der Pandemie im Jahr 2019 leicht zurückgegangen. In Deutschland sanken die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2018 immerhin um 6,3 Prozent. Hauptgrund war, dass weniger Strom aus Kohle produziert wurde.

Trotz einzelner Erfolge reiche dies aber nicht für das Zwei-Grad-Limit, so die Autoren. Die Welt sei weiterhin auf dem Weg zu mehr als drei Grad Temperaturerhöhung bis Ende des Jahrhunderts. Gerechnet haben das die Autoren mit den verabschiedeten Klimaplänen und Selbstverpflichtungen der Länder. Um unter zwei Grad durchschnittliche Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu kommen, müssten alle Länder ihre Anstrengungen verdreifachen. Um das 1,5-Grad-Ziel zu schaffen sogar verfünffachen. Um die bisherigen verabschiedeten Klimapläne zu erreichen, plädiert der UN-Bericht, dass die Gelder der Corona-Konjunkturpakete in klimafreundliche Alternativen statt in Benzinautos oder Kohlekraftwerke fließen sollten. Damit könnte der weltweite CO2-Ausstoß um ein Viertel reduziert werden, so der Bericht. Bisher habe aber nur rund ein Viertel der G20-Mitglieder überhaupt in grüne Maßnahmen investiert.