Merkel steht „zweifelnd“ zum Mercosur-Abkommen

Als „das wohl konkreteste Ergebnis“ des Treffens von Vertreterinnen der Fridays for Future-Bewegung mit Bundeskanzlerin Merkel hat Luisa Neubauer, die wie auch Greta Thunberg an dem Treffen teilnahm, auf Twitter mitgeteilt, die Bundeskanzlerin „hat uns in der Kritik am Mercosur Abkommen zugestimmt & erklärt es definitiv nicht zu unterschreiben“. Daraufhin twitterte der Politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals: „Wenn das stimmt, ist das Sensation“.

Regierungssprecher Steffen Seibert wollte nach dem Treffen dazu nichts sagen, da er aus vertraulichen Gesprächen grundsätzlich nicht berichte. Er teilte „in der Sache“ jedoch mit, dass die Bundesregierung zu „Geist und Intentionen“ des Abkommens stehe. Man sehe angesichts der fortschreitenden Abholzungen und Brandrodungen aber auch „mit großer Sorge“ auf das Amazonas-Gebiet. Ob vor diesem Hintergrund eine Umsetzung im „intendierten Geist“ möglich sei, sehe man „mit Skepsis“. Angesichts der Realität im Amazonas ergäben sich „sehr ernsthafte Fragen“ und für die Bundeskanzlerin „aus heutiger Sicht erhebliche Zweifel“, ob das Abkommen wie bisher geplant umgesetzt werden könne.

22.08.2020
Von: FebL

Bundeskanzlerin Merkel traf sich unter Corona-Bedingungen mit den Fridays for Future-Vertreterinnen Greta Thunberg, Luisa Neubauer, Anuna de Wever und Adélaïde Charlier. Quelle: BMEL