Kein Zurück zur alten Normalität

Lebensmittel werden stärker wertgeschätzt. Das ist nach Ansicht von David Bosshart, Chef des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) in der Schweiz, eine Veränderung infolge der Corona-Pandemie. Und auf die Frage in einem Interview mit der Lebenmittelzeitung, ob das ein machhaltiger Trend sei, erklärt Bosshart: „Ein Zurück zur alten Normalität wird es nicht geben. Zum Glück. Denn das war eine tiefkranke Normalität. Schauen Sie sich die Schlachthöfe an oder die Monokulturen. Vielen ist bewusst, dass es gesunde Menschen auf einem kranken Planeten nicht geben kann“.

Als Trends sieht Bosshart mehr Selbstversorgung in den Städten durch Urban Farming und Local Food mit einem Potential von zehn Prozent des Bedarfs, bei Fleisch den Ersatz durch Pflanzenproteine und Zellkulturen. Bio, Sicherheit und Gesundheit würden immer wichtiger. Supermärkte sind für ihn „historische Phänomene“. Die Lebensmittel müssen seiner Ansicht nach von einer viel innovativeren Agrarkultur her neu entwickelt werden. Der Direktvertrieb werde zunehmen.

Das Gottlieb Duttweiler Institut ist Teil der Stiftung «Im Grüene». Sie wurde am 24. Dezember 1946 vom Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler und seiner Frau Adele ins Leben gerufen. Migros ist heute neben Coop führender Lebensmittelhändler in der Scweiz.