Black lives matter!

Der durch Polizeigewalt verursachte Tod von Georg Floyd hat in den USA Hundertatusende unter dem Motto „Black lives matter“ (Schwarze Leben zählen) auf die Straße getrieben und weltweit Reaktionen ausgelöst. Auch die US-Bauernorganisation National Family Farm Coalition (NFFC) unterstützt die Bewegung „Black lives matter“., auch weil die NFFC sich in ihren Grundsätzen verpflichtet hat, „Rassengleichheit und -gerechtigkeit in unserem gesamten Ernährungssystem zu gewährleisten“, sagt die NFFC-Geschäftsführerin Nancy Dorry.

Die NFFC ist Mitglied der internationalen Bauernorganisation La Via Campesina, der auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) angehört, deren Geschäftsführer Georg Janßen mit Blick auf die Vorkommnisse in den USA ebenfalls ein unmissverständliches Statement abgibt. "Kein Platz für Hass und Hetze. Wir müssen gerade in diesen bewegten Zeiten ohne wenn und aber für Menschenrechte und Demokratie eintreten. Die AbL hat es in ihrer Satzung geschrieben: Wir lehnen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus ab und stellen uns gegen Fremdenhass und Unterdrückung. Unser Mitgefühl ist bei der Familie von George Floyd," so Georg Janßen.

Auf die möglicherweise gestellte Frage, warum sich eine Organisation wie die NFFC, die sich für Kleinbauern einsetzt, im Kampf für Rassengerechtigkeit engagiert, erklärt die NFFC-Kommunikatiosnberaterin Siena Chrisman: „Wir können heute nicht über Fairness und Gerechtigkeit für die Bauern sprechen, ohne die Grundlage anzuerkennen, auf der die US-Landwirtschaft aufgebaut ist. Es gibt keine Möglichkeit, in diesem Land über Landwirtschaft zu sprechen, ohne von 400 Jahren weißer Vorherrschaft zu sprechen. Die frühe Machtstruktur in den USA konstruierte Rasse, um einen stetigen Strom freier schwarzer Arbeitskräfte zu gewährleisten, die die Wirtschaft des neuen Landes von den Baumwollplantagen im Süden bis zu den Textilfabriken im Norden und darüber hinaus antreiben. Die Vorstellung, dass Menschen mit einer gemeinsamen Hautfarbe einen gemeinsamen inneren Wert besäßen (oder auch nicht) und dass dunkelhäutigere Menschen vielleicht gar keine Menschen seien - das war eine Geschichte, die erfunden und verewigt wurde, um die Entführung und Versklavung einer freien Arbeitskraft zur Arbeit auf den Feldern zu rechtfertigen. Selbst nachdem die Versklavung beendet war, wurde den Afroamerikanern - den Menschen, die so viel vom Reichtum des Landes für andere aufgebaut hatten - der Zugang zu Land selbst verwehrt, auch von der Bundesregierung bis hin zu Maßnahmen des heutigen US-Landwirtschaftsministeriums. Landwirtschaft und die Vorherrschaft der Weißen sind in den USA untrennbar miteinander verwurzelt. Als Landwirtschafts- und Ernährungsorganisationen müssen wir dieses Erbe anerkennen und uns verpflichten, es zu entwurzeln.“

05.06.2020
Von: FebL

Der NNFC unterstützt die Bewegung Black lives matter. Foto: NFFC