RNE: Agrarwende als Beitrag zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2020

Unter dem Titel „Jahrzehnt der Nachhaltigkeit ambitioniert eröffnen!“ hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) erste Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2020 vorgelegt und fordert darin als ein Element auch eine Agrarwende ein. Die Empfehlungen berücksichtigen bereits „Corona-bedingte Änderungen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen“, heißt es in der Stellungnahme.

„Auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene muss umgehend schneller und entschlossener gehandelt werden, um das von den Vereinten Nationen ausgerufene ‚Jahrzehnt des Handelns‘ [Anm.: Decade of Action] auch zu einem solchen zu machen. Dafür muss Nachhaltigkeit zum Kern des Regierungshandelns werden, und es braucht Beiträge von allen gesellschaftlichen Akteuren. Die Corona-Pandemie hat uns unsere Schwächen und Stärken vor Augen geführt und es gilt: Nur nachhaltige Maßnahmen, mit denen wir auch unsere globale Verantwortung wahrnehmen, werden uns auf einem guten Weg aus der Krise führen“, erklärt Prof. Dr. Imme Scholz, stellvertretende Ratsvorsitzende und stellvertretende Direktorin am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Zu den zentralen Politikfeldern, in denen „eine grundlegende Transformation“ einzuleiten ist, zählt der RNE auch den Agrarsektor. Unter der Überschrift „Agrarwende – Neuausrichtung der Agrarpolitik jetzt angehen“ heißt es in den Empfehlungen mit Blick auf die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP): „Die derzeitigen Zwischenstände in den Verhandlungen auf EU-Ebene reichen aus Sicht des RNE für eine nachhaltige Agrarwende nicht aus“. Der RNE fordert daher die EU-Institutionen zu mutigen Schritten hin zu einem ökologisch, sozial und wirtschaftlich ausgewogenen Ernährungssystem auf.

„Die von der Bundesregierung angekündigte Zukunftskommission Landwirtschaft, deren Arbeit der RNE gerne begleiten wird, könnte wichtige Impulse für nachhaltige Landwirtschafts- und Ernährungssysteme geben“, heißt es in der Stellungnahme.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ist ein Beratungsgremium mit Mandat der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 1. Januar 2020 erneut 15 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für eine dreijährige Amtsperiode berufen. Darunter sind zum Beispiel Saori Dubourg/Vorstandsmitglied der BASF SE, Prof. Cornelia Füllkrug-Weitzel/Präsidentin Brot für die Welt, Jörg-Andreas Krüger/Präsident des NABU, Hubertus Paetow/Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und Hubert Weiger/Ehrenvorsitzender des BUND