Milcherzeugungskosten von 44,07 ct/kg in Deutschland bei weitem nicht gedeckt

Die aktuellen Ergebnisse der Berechnung der Milcherzeugungskosten in Deutschland zeigen eine deutliche Unterdeckung von 22 Prozent. Laut der vierteljährlich aktualisierten Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) betragen die Produktionskosten – mit aktuellem Stand Januar 2020 – 44,07 ct/kg, während der durchschnittliche Auszahlungspreis in der gleichen Zeit bei nur 34,56 ct/kg lag. Somit fehlten den ErzeugerInnen insgesamt 9,51 ct/kg zur Kostendeckung.

Laut Johannes Pfaller, Vorstandsmitglied des European Milk Board (EMB) und Milcherzeuger in Mittelfranken, ist die Preissituation umso dramatischer, als sich diese in den nächsten Monaten voraussichtlich noch verschlechtern wird: „Die aktuelle Krise zeigt wieder einmal, wie anfällig der Milchsektor für Krisen ist. Noch mehr als je zuvor wird deutlich, dass wir wirksame Instrumente brauchen, um die Milchbauern in Krisenzeiten handlungsfähig zu machen – und dies nicht einzeln und national, sondern koordiniert und auf europäischer Ebene. Deswegen ist eine sofortige Umsetzung eines freiwilligen – und falls notwendig obligatorischen – Lieferverzichts unabdingbar.“

18.04.2020

Die aktuellen Ergebnisse der Berechnung der Milcherzeugungskosten in Deutschland zeigen für Januar 2020 eine deutliche Unterdeckung von 22 Prozent.