DIW-Studie: Höhere Viehdichte führt zu mehr Nitrat im Grundwasser

Der Zusammenhang zwischen dem Ausmaß landwirtschaftlicher Nutzung und der Höhe der Nitratkonzentration ist laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), veröffentlicht in ihrem aktuellen Wochenbericht, in der internationalen Literatur eindeutig belegt. Untersuchungen zeigen demnach, dass für landwirtschaftlichen Anbau genutzte Flächen höhere Nitratwerte im Grundwasser aufweisen und Wald- sowie Grünlandflächen in der Regel eine geringere Nitratkonzentration im Grundwasser haben.

Da es für Deutschland laut DIW „bislang keine systematische empirische Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Bodennutzung und der Nitratbelastung des Grundwassers“ gab, hat das DIW diese nun vorgelegt.

Die Ergebnisse der Analyse bestätigen laut DIW den international belegten Zusammenhang zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Nitratbelastung auch für Deutschland. „Messstellen, die zum Teilmessnetz Landwirtschaft gehören und damit überwiegend durch Nutzungseinflüsse von Acker, Grünland und Sonderkulturen gekennzeichnet sind, weisen durchschnittlich um 16,7 mg/l höhere Nitratmesswerte auf als Messstellen ohne landwirtschaftlichen Bezug“, so die Studie. Insbesondere seien die Nitratwerte an einer Messstelle höher, je stärker das umliegende Gebiet eine agrarwirtschaftliche Landnutzung in Form von Acker- und Weinanbau aufweist. An Messstellen in Gebieten, die stärker durch Wald und Grünland geprägt sind, sind die Messwerte laut Studie hingegen signifikant niedriger. Diese Befunde stimmten mit den Ergebnissen der internationalen Literatur überein.

Der Einfluss der Viehdichte blieb nach Ansicht der Studie in der Fachliteratur bisher kaum berücksichtigt, obwohl theoretisch ein positiver Zusammenhang zur Nitratbelastung des Grundwassers zu erwarten sei. „Die vorliegende Analyse zeigt, dass eine höhere Dichte des Schweinebestandes mit einer höheren Nitratbelastung des Grundwassers einhergeht; für die Dichte von Rindern und Schafen ist kein statistisch signifikanter Zusammenhang feststellbar“, stellt die Studie fest. Hierbei sei zu beachten, dass die Viehdichte auf Landkreisebene erfasst wird und daher nur eine grobe Approximation des tatsächlichen Viehbestandes in der Nähe der Messstelle darstellt. Zudem werde der inzwischen weit verbreitete sogenannte Gülle-Tourismus – die An- und Verkäufe von Gülle sowie der damit einhergehende Transport über größere Distanzen – nicht berücksichtigt.

Zu der Mitte Februar erfolgten Akzeptierung des Regierungsentwurfs zur Anpassung der Düngeverordnung durch die EU-Kommission heißt es in dem Wochenbericht: „Sollte der Bundesrat den Vorschlägen zustimmen, wäre das bereits die zweite Novellierung der Düngeregulierung innerhalb der letzten drei Jahre. Zukünftig sollte daher der Fokus zunächst auf der Überprüfung der Wirksamkeit der verschärften Düngeregulierung liegen. Sollte sich im Rahmen des Monitorings herausstellen, dass die ergriffenen bundesweiten und länderspezifischen Maßnahmen zur Begrenzung der Nährstoffbelastung der Umwelt nicht ausreichen, so sind gegebenenfalls Anpassungen an der existieren Regulierung vorzunehmen oder zusätzliche Maßnahmen einzuführen“.

Das könnte für das DIW zum Beispiel die Erstellung einer Stoffstrombilanz für alle Betriebe sein. „Diese Betriebe sollten bei der Anpassung an die neue Düngegesetzgebung und bei der Umstellung auf neue umweltschonende Technologien für die Nährstoffausbringung unterstützt werden“, so das DIW.