AbL zur "Bauernmilliarde": Ohne Zielsetzung hilft Geld nicht viel weiter

Die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kritisieren die Ankündigung einer „Bauernmilliarde“ für die nächsten vier Jahre.

„Mit dem Geld werden die drängenden Probleme, wie die Düngeverordnung, nicht gelöst. Das Geld wird die Proteste daher nicht beruhigen. Vor allem aber fehlen weiterhin belastbare Aussagen der Bundesregierung darüber, wohin wir Bäuerinnen und Bauern die landwirtschaftliche Praxis im Stall und auf dem Feld entwickeln sollen. Das bewegt sich äußerst widersprüchlich zwischen Kostenführerschaft für den Weltmarkt einerseits und kostentreibenden Anforderungen andererseits. Wir brauchen endlich eine verlässliche Politik aus einem Guss, die unsere Höfe zukunftsfähig macht“, fordert Elisabeth Fresen, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Und der Co-Vorsitzende der AbL Martin Schulz ergänzt: „Die Nutztierstrategie Bundesregierung sagt bisher nicht, nach welchen Kriterien die Ställe umgebaut werden sollen, damit sie dem Tier- und Umweltschutz gerecht werden. Ohne Planungssicherheit kommt der dringend notwendige Umbau der Tierhaltung nicht in Gang. So droht die so genannte Bauernmilliarde im Beton neuer Güllebehälter zu landen, wenn die überhaupt in der Kürze der Zeit genehmigt werden. Wir müssen das Problem grundsätzlich angehen und Tierwohl und Umweltschutz endlich gemeinsam lösen. Das wird allerdings wesentlich teurer als die Summe, die jetzt angekündigt ist.“

03.02.2020
Von: FebL/PM

Die Position der AbL zu der angekündigten "Bauernmilliarde" macht der AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen auf einer gemeinsam mit Greenpeace durchgeführten Aktion gegen Preisdumping im Lebensmittelhandel vor dem Kanzleramt in Berlin deutlich. Foto: Greenpeace/Grodotzki