Berlin will mehr regional und ökologisch essen

Der Berliner Senat hat eine Ernährungsstrategie gestartet, deren Ziel es ist, eine nachhaltige Ernährung in Berlin zu fördern, die Qualität der Gemeinschaftsverpflegung zu verbessern und die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

„Wir wollen mehr regionale, mehr saisonale und mehr biologische Lebensmittel auf die Teller der Berlinerinnen und Berliner bringen. Diese Strategie bildet die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsfähige Ernährung aller Berlinerinnen und Berliner“, erklärt dazu der Verbraucherschutzsenator Dr. Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen). Die Strategie beschreibt insgesamt acht Handlungsfelder und sieht beispielsweise vor, im Schulmittagessen an Grundschulen ein Bio-Anteil von 50 Prozent ab Sommer 2021 zu erreichen.

Darüber hinaus sieht die Ernährungsstrategie vor, die Wertschöpfungsketten in der Region zu fördern. Berlin ist ein attraktiver Absatzmarkt für ökologisch, nachhaltig und regional produzierte Produkte aus dem Umland. Daher sollen die vorhandenen Marktbeziehungen mit dem Land Brandenburg ausgebaut werden. Weitere Handlungsfelder sind die Ernährungsbildung, die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Der Landesbauernverband Brandenburg begrüßt die Ankündigung der Senatsverwaltung und betont die Bereitschaft der Brandenburger Bauern, Berlin mit guten regionalen Produkten zu versorgen. „Das würde nicht nur kürzere Transportwege und damit weniger CO2-Emission bedeuten, es könnte auch zu einer gemeinsamen Identität in der Hauptstadtregion Brandenburg-Berlin beitragen. Berlin und Brandenburg könnten voneinander profitieren. Voraussetzung ist jedoch ein klares Bekenntnis der Berliner zu mehr Regionalität und die Bereitschaft, dafür einen ehrlichen Preis zu bezahlen.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.
Um den Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen, bedarf es laut LBV erheblicher Investitionen in Verarbeitungsstrukturen und den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten. „Wenn wir mehr Regionalität wollen, müssten wir die geringen Brandenburger Tierbestände erhöhen sowie regionale Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten in Berlinnähe aufbauen. Dafür benötigen wir eine gesellschaftliche Grundakzeptanz und daraus abgeleitet, Erleichterungen bei Baugenehmigungen und eine verbesserte Planungssicherheit. In abgewandelter Form gilt das auch für den Obst- und Gemüseanbau.“, so Wendorff weiter.
Derzeit liege der theoretisch mögliche Selbstversorgungsgrad in der Hauptstadtregion bei unter 40 Prozent.

16.12.2019
Von: FebL/PM

Der Verbraucherschutzsenator Dr. Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) in Berlin will die regionalen Wertschöpfungsketten stärken. Foto: amo