Ertragssicherung statt Ertragsmaximierung

Der Klimawandel ist weltweit eine der wichtigsten Herausforderungen, der sich auch die Landwirt*innen in Europa stellen müssen. „Aus unserer Sicht spielen die Faktoren Bodenfruchtbarkeit und nachhaltigere und damit robustere Anbausysteme eine zentrale Rolle, um den steigenden Anbaurisiken durch den Klimawandel besser begegnen zu können“, sagte Patrick Trötschler, stellvertretender Geschäftsführer der Bodensee-Stiftung im Rahmen einer Fachtagung zum Klimawandel.

Die Bodensee-Stiftung stellte auch den neu entwickelten Klimawandel-Check für landwirtschaftliche Betriebe vor, der im Rahmen des EU-Projektes LIFE AgriAdapt entwickelt wurde. Das übergeordnete Ziel des Projekts LIFE AgriAdapt ist die Entwicklung, praktische Erprobung und Verbreitung von Maßnahmen, die zu einer nachhaltigen Anpassung landwirtschaftlicher Betriebstypen (Tierhaltung, Ackerbau, Dauerkulturen) an den Klimawandel führen und die Betriebe damit weniger anfällig machen.

„Die Anbausysteme sollten nachhaltiger und robuster werden gegenüber den möglichen Auswirkungen des Klimawandels. Weite Fruchtfolgen, Untersaaten oder Mischkulturen können das Anbaurisiko verringern“, betont Patrick Trötschler. „Betriebsziel ist dann nicht mehr die durch hohen Input erkaufte Ertragsmaximierung pro Jahr, die mit hohem Risiko verbunden ist. Vielmehr sollten die Landwirt*innen eine hohe Ertragssicherheit über einen Zeitraum von zum Beispiel 10 Jahren anstreben“, ergänzt Projektmitarbeiter Andreas Ziermann von der Bodensee-Stiftung.

Mehr zum EU-weiten und von der Bodensee-Stiftung koordinierten Projekt „LIFE AgriAdapt – nachhaltige Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel“ findet sich hier.

25.11.2019

Der Klimawandel stellt auch den Ackerbau vor große Herausforderungen. Foto: FebL