EMB: Schere zwischen Produktionskosten und Milchpreisen in Deutschland weitet sich aus

Das European Milk Board (EMB) hat in Brüssel die vierteljährlichen Zahlen über die Kosten in der Milcherzeugung in Deutschland veröffentlicht. Sie zeigen, dass im Juli 2019 die Produktionskosten nur zu 77% gedeckt waren. Zwar sanken die Kosten der Erzeugung im Juli gegenüber dem vorherigen Quartal leicht, gleichzeitig fiel jedoch auch der Milchauszahlungspreis auf unter 34 Cent. Die Erzeugungskosten betrugen im Juli 44,28 Cent. Demgegenüber erhielten die MilcherzeugerInnen für ihr Produkt allerdings nur 33,99 Cent. Somit fehlten den ErzeugerInnen 10,29 Cent zur Kostendeckung. Die Zahlen entstammen der vierteljährlichen deutschen Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL). Der Milch-Marker-Index (MMI) wird alle fünf Jahre auf ein neues Basisjahr umgestellt. Mit den am 15. Oktober 2019 veröffentlichten Berechnungen des MMI zum 3. Quartal 2019 fand eine Umstellung auf das Basisjahr 2015 = 100 statt. Die Berechnungen wurden dementsprechend angepasst.

Das EMB schlägt die gesetzliche Verankerung eines Kriseninstruments vor, um der chronischen Unterdeckung entgegen zu wirken. Das Marktverantwortungsprogramm (MVP) beobachtet und reagiert auf Marktsignale durch Anpassung der Produktion.

Laut dem aktuellen top agrar-Milchpreisbarometer halten sich im Osten und Westen die September-Milchpreise gegenüber dem Vormonat stabil. Im Süden zahlen einzelne Molkereien weniger aus, während einige Molkereien im Norden Deutschlands ihre Preise erhöhen. Im Osten halten sich laut top agrar die Zahlen nach jetzigem Meldestand konstant. Sachsenmilch (Müller) und Vogtlandmilch zahlen weiter mit 29,75 ct/kg und 30,00 ct/kg den Preis des Vormonats aus. Im Norden halten das Deutsche Milchkontor (DMK) und die Molkerei Rücker den Preis weiter bei 30,00 ct/kg, während andere Molkereien die Preise leicht auf 31 bis zu 33 ct/kg erhöhen. Im Westen bleibt beispielsweise Friesland Campina bei 33,75 ct/kg. Alle Milchpreise sind Grundpreise bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ohne Mehrwertsteuer und ohne Zu- oder Abschläge (z.B. S-Klasse).