NEULAND plädiert für „ideologiefreies Nebeneinander“ von Kastrationsalternativen

Anlässlich der Fachtagung „Ferkelkastration: Zeit für Antworten“, veranstaltet von den Fachzeitschriften top agrar und SUS, dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS) sowie dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (aef) in Verden a.d. Aller, plädiert NEULAND, das Qualitätsfleischprogramm aus besonders tiergerechter Haltung, für ein „ideologiefreies Nebeneinander“ der aktuell zur Wahl stehenden Alternativen (Isoflurannarkose, Improvac-Impfung (Immunokastration), Ebermast) nach dem Wegfall der betäubungslosen Ferkelkastration ab dem 1.Januar 2021. Auf der Tagung berichtete Jochen Dettmer, NEULAND-Vorstandssprecher, über die Erfahrungen mit dem Einsatz der Inhalationsnarkose mit Isofluran. Dabei werde mit dem Schweizer Kastrationsgerät „Pignap“ eine hohe Wirksamkeit und Arbeitssicherheit erzielt. NEULAND setzt seit 2008 bei der Ferkelkastration das Narkosegas Isofluran ein und hat damit jahrelang gute Erfahrungen gesammelt, auch bezüglich der Behandlung gegen den postoperativen Schmerz.

„Wir freuen uns, dass die Firma Schulze Bremer aufbauend auf den Erfahrungen von NEULAND, ein neues Ferkelkastrationsgerät entwickelt hat und der Branche zur Verfügung stellt“, so Jochen Dettmer. „Nach erfolgter Zertifizierung durch die DLG hinsichtlich Wirksamkeit und Arbeitssicherheit und Freigabe der Förderrichtlinie durch das Bundeslandwirtschaftsministerium, können Sauenhalter möglicherweise noch in diesem Jahr ein gefördertes Gerät bestellen.“ In einer Modellrechnung veranschaulichte Dettmer, mit welchen Kosten das Verfahren unter der Voraussetzung einer 60-prozentigen Förderung und einer Anwendung durch den Landwirt zu Buche schlagen würde. Das Ergebnis: die Kosten lägen bei einem Großteil der Ferkelerzeuger in Deutschland unter 1 € pro Ferkel. „Bei der Auswahl der Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration werden die Kosten der Verfahren sicherlich ein wichtiges Auswahlkriterium sein“, räumt er ein. Dennoch sollten alle drei Verfahren wie Ebermast, Improvac und die Isofluranbetäubung ideologiefrei nebeneinander stehen. „Für die Sauenhalter ist die Wahlfreiheit ein entscheidender Faktor“, so Dettmer abschließend.

Laut top agrar und SUS erklärten auf der Veranstaltung Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels von Rewe und Aldi Nord, dass sie „alle Kastrationsalternativen akzeptieren“. Und auch seitens der anwesenden Tierschutzverbände (Deutschen Tierschutzbund, ProVieh und Vier Pfoten) würden laut Agra Europe alle drei Kastrationsalternativen akzeptiert. Demgegenüber zeige sich die Schlachtbranche zurückhaltend und verweise auf mangelnde Akzeptanz am Markt, auf eine weiterhin bestehende Zurückhaltung einiger Fleischverarbeiter und Lebensmittelhändler. Erwähnung finden in der Berichterstattung von top agrar und SUS die Erfahrungen eines Landwirts mit der Immunokastration, indem er mit den Worten zitiert wird, dass „die Behandlung der Tiere mit Improvac eine praktische Alternative, die sehr gut funktioniert“, ist. Die Erfahrungen von NEULAND kommen in der Berichterstattung der zwei Fachzeitschriften nicht vor.

Notiz am Rande: Hauptsponsor der Fachtagung war Zoetis, der Hersteller von Improvac.

21.10.2019
Von: FebL

NEULAND plädiert für "ideologiefreies Nebeneinander" bei den Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration. Foto: FebL