Gentechnik-Mais: In Südafrika gescheitert, in der EU zugelassen?

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat grünes Licht für die Importzulassung eines Gentechnik-Mais der Firma Bayer (Monsanto) gegeben, der mehrere Insektengifte produziert, eine mehrfache Resistenz gegen Glyphosat aufweist und angeblich eine erhöhte Toleranz gegenüber Trockenheit aufweist. Das meldet das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie Testbiotech. Doch die bisherigen Erfahrungen mit dem Anbau der Pflanzen sind ernüchternd: Sie zeigten unter trockenen klimatischen Bedingungen keinen Vorteil im Vergleich zu herkömmlich gezüchtetem Mais.

Zwar werden laut Testbiotech in verschiedenen Regionen immer mehr Maissorten mit diesen Eigenschaften angebaut, diese stammen aber meist aus herkömmlicher Züchtung. Südafrika hat jetzt wegen mangelnder Vorteile den Antrag der Firma Bayer auf Anbauzulassung einer Variante des Gentechnik-Mais sogar zurückgewiesen. Der Grund: der Mais weist unter erhöhter Trockenheit keinerlei Vorteile gegenüber herkömmlichen Mais auf.

Über die EU-Importzulassung ist laut Testbiotech noch nicht entschieden. Die Mitgliedsländer müssen über den Antrag erst abstimmen, bevor die EU-Kommission entscheiden kann. Testbiotech hält die Zulassung für die EU für nicht vertretbar, weil die Risiken für Mensch und Umwelt nicht ausreichend untersucht wurden: „Dieser Mais weist eine neue Gen-Kombination auf, die unter den zu erwartenden Anbaubedingungen in besonders heißen und trockenen Regionen nicht getestet wurde. Es wurde nicht gezeigt, dass Nahrungsmittel, die unter diesen Bedingungen produziert werden, für den Verzehr überhaupt geeignet und sicher sind“, sagt Christoph Then für Testbiotech .

Obwohl Klimawandel und Welternährung immer wieder als Begründung für die Einführung der Gentechnik in der Landwirtschaft genannt werden, fehlt bisher oft ein wirklicher Nachweis ihrer Vorteile.

Die bisherigen Erfahrungen sind nach Ansicht von Testbiotech auch für zukünftige Anwendungen der neuen Gentechnik relevant: Oft werden erst im Rahmen von Zulassungsverfahren konkrete Daten über Nutzen und Risiken vorgelegt. Fehlen entsprechende Anforderungen an die Zulassung, gibt es keine ausreichende Transparenz. Die oft übertriebenen Versprechungen der Hersteller können dann nicht überprüft werden, ebenso wenig wie Behauptungen bezüglich der Sicherheit. Vor diesem Hintergrund verfolgt Testbiotech mit Sorge die Bemühungen der Industrie, die Gentechnikgesetze der EU auszuhöhlen. Ihre Lobbyisten wollen in Brüssel erreichen, dass in Zukunft längst nicht mehr alle Gentechnik-Pflanzen einer Zulassungsprüfung unterzogen werden müssen.

07.10.2019
Von: FebL/PM

Quelle: Testbiotech