„Ohne GenTechnik“-Siegel ein voller Erfolg

Politik, Wirtschaft und Verbraucherschutz sind sich einig: Zehn Jahre staatliches „Ohne GenTechnik“-Siegel sind ein voller Erfolg. Die Zahlen sind eindeutig: 69 Prozent der Bevölkerung in Deutschland bevorzugen Lebensmittel mit einer „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung. 71 Prozent bewerten den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen zur Fütterung von Tieren – als Basis für Milch, Eier und Fleisch – als negativ. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).

Vorgestellt wurden die Zahlen von Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtages und ehemalige Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zusammen mit Florian Bauer, Geschäftsführer der Holding J. Bauer, zu der auch die Privatmolkerei Bauer zählt, und Christoph Zimmer, Vorstandsmitglied des VLOG, im Rahmen einer Pressekonferenz in Wasserburg am Inn anlässlich einer Bilanz zum zehnjährigen Bestehens des Siegels, das am 10. August 2009 in Deutschland von Ilse Aigner als damalige Bundesministerin eingeführt wurde.

Mittlerweile tragen mehr als 14.000 Lebensmittel in Deutschland diese Kennzeichnung. Darunter rund 5.400 Milchprodukte, 4.100 Geflügelfleischwaren und fast 2.200 Eiererzeugnisse. Produkte mit „Ohne GenTechnik“-Siegel haben in 2018 einen Gesamt-Jahresumsatz von 7,7 Milliarden Euro erzielt. Für 2019 wird von Experten des VLOG ein Umsatz von 8,5 Milliarden Euro erwartet. Im Auftrag der Bundesregierung vergibt der VLOG für entsprechend hergestellte Lebensmittel die Lizenzen für das einheitliche Siegel „Ohne GenTechnik“. Einer der ersten Siegelnutzer war die Privatmolkerei Bauer aus Wasserburg am Inn. „Die breite Zustimmung für das ‚Ohne GenTechnik‘-Siegel ist für mich eine Erfolgsgeschichte“, betont Florian Bauer, Geschäftsführer der Holding J. Bauer GmbH & Co. KG. „Deutschland hat hier klare Regeln zur Kennzeichnung erlassen. Es wäre an der Zeit, dies auch in der EU durchzusetzen.“ „Wachstumsraten des ‚Ohne Gentechnik‘-Lebensmittelmarktes von 41 Prozent in einem Jahr sprechen eine klare Sprache“, ergänzt Christoph Zimmer. „Die Politik hat die Pflicht, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Lebensmittelwirtschaft weiterhin solche boomenden Märkte bedienen kann.

„Mit der ‚Ohne Gentechnik‘-Kennzeichnung haben wir 2009 eine große Informationslücke für die Verbraucher geschlossen“, sagt Ilse Aigner. „Mir ist es immer um Transparenz für den Verbraucher gegangen, damit dieser selbst entscheiden kann. Und dies gilt natürlich auch für die Futtermittel.“ Als besonders wichtigen Aspekt der Kennzeichnung hat Ilse Aigner bereits Ende vergangenen Jahres die Wahlfreiheit der Verbraucher hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass diese auch für Produkte gelten müsse, die mit den neuen gentechnischen Verfahren hergestellt seien.

06.08.2019
Von: FebL/PM

Feiern zehn Jahre „Ohne GenTechnik“-Siegel (v.l.): Christoph Zimmer, Vorstandsmitglied des Verbandes Lebensmittel Ohne Gentechnik, die Bayerische Landtagspräsidentin und Siegel-Initiatorin Ilse Aigner sowie Florian Bauer, Geschäftsführer der Bauer-Gruppe und einer der ersten Siegelnutzer. Foto: VLOG/Thomas Götz