Bayerischer Gemeindetag: Glyphosat verbieten!

Der Bayerische Gemeindetag, ein kommunaler Spitzenverband mit über 2000 kreisangehörigen Gemeinden, hat die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, die Verwendung von Glyphosat in Unkrautvernichtungsmitteln zu verbieten. „Auch wenn sich die Experten untereinander streiten: das potentiell giftige Zeug gehört nicht auf Bayerns Grünflächen, Äcker und Felder. Die Verwendung sollte verboten werden“, erklärt der Gemeindetagspräsident Dr. Uwe Brandl. Und mit Blick auf das kürzlich in Österreich beschlossene Verbot des Einsatzes von Glyphosat fährt er fort: „Österreich hat es vorgemacht, Bayern sollte nachziehen“. Das Thema Glyphosat hänge seit Jahren wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Verantwortlichen. Soll man den Wirkstoff noch einsetzen oder nicht? „Die EU lässt die Anwendung noch für einige Jahre zu, in den USA hingegen verurteilen Gerichte die Firma Monsanto zu Schadensersatz in Millionenhöhe. Es ist unverantwortlich, die bayerischen Verbraucher weiterhin einer Art Langzeitstudie über mögliche Gesundheitsgefahren auszusetzen. Deshalb: Weg mit Glyphosat“, so der Gemeindetagspräsident.

Einen „rasanten Anstieg“ von Gemeinden, die ganz oder teilweise auf den Einsatz von Pestiziden verzichten, meldet der BUND und nennt über 500 Gemeinden, die mittlerweile an dem von ihm im Dezember 2017 gestartete Projekt teilnehmen. Die Alternativen zum Einsatz von Ackergiften sind nach Ansicht von Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin und Leiterin des Projekts 'Pestizidfreie Kommune', vorhanden. "In der Landwirtschaft, in den Kommunen und in Hobbygärten gibt es umweltfreundlichen Ersatz sowohl für Herbizide, wie Glyphosat, als auch für Insektizide wie Neonikotinoide oder Fungizide", so Hölzel. "Thermische oder mechanische Verfahren, stärkende Pflanzenjauchen, resistente standortheimische Pflanzen, mechanische Entfernung von Schadinsekten oder auch das seit jeher praktizierte Jäten sorgen für Erfolg. Blütenpracht, Verkehrssicherheit und reiche Ernten – ohne dabei nützliche Insekten wie Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge zu gefährden – sind möglich. Blütenreich und ohne Gift – das sollte das Motto aller Städte und Gemeinden sein", erklärt die BUND-Pestizidexpertin.