KLJB: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) hat auf ihrem Frühjahrs-Bundesausschuss die Umsetzung einer konsequenten nachhaltigen Entwicklung gefordert. Der Beschluss „Wenn nicht jetzt, wann dann? Handlungsfelder für eine nachhaltige Entwicklung“ identifiziert sieben Handlungsfelder, in denen die KLJB die Politik, die Kirche, die Gesellschaft und sich selbst in die Verantwortung nimmt.

„Wir als Katholische Landjugendbewegung Deutschlands sind davon überzeugt, dass eine nachhaltige Entwicklung möglich – und dringend geboten ist“, erklärt Stephan Barthelme, Bundesvorsitzender der KLJB. „Wir wollen mit unseren Visionen und konkreten Forderungen, aber auch durch unser eigenes Handeln im Verband einen aktiven Beitrag hierzu leisten.“

Die KLJB empfiehlt vor allem, aber nicht ausschließlich, in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, Mobilität, Wirtschaft und Handel sowie Konsum und öffentliche Beschaffung eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.

Mit Blick auf die Agenda 2030 und das Pariser Klimaschutzabkommen erklärt Stephan Barthelme: „Noch läuft die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens sehr schleppend“. Das liege mitunter auch daran, dass das Erreichen der Klimaziele bisher keine Priorität im politischen Handeln bekommen hat. „Noch sind einige Folgen des Klimawandels beherrschbar, weshalb wir besonders in der Verantwortung stehen, schnell zu handeln!“

Die KLJB fordert die Politik auf, mehr Aufklärung und Information zu leisten und nimmt dabei auch die Bundesministerien in die Pflicht: „Die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 müssen sowohl als Maßstab für alle politischen Entscheidungen herangezogen werden, als auch bei den Bürger*innen bekannt sein. Hierfür braucht es mehr Bildungsinitiativen und Informationskampagnen“, erläutert Stephan Barthelme weiter. Bildungsarbeit und die Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie müsse auch in der Kirche verstärkt in Angriff genommen werden.

Zum Handlungsfeld Landwirtschaft schreibt die KLJB: „Eine nachhaltige Landwirtschaft braucht aus Sicht der KLJB eine angemessene Förderpolitik und den Erhalt von Kulturlandschaften zur Kompensation von Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Aber auch die Kirche ist hier in der Pflicht, die Bewirtschaftung ihres Grundbesitzes an Nachhaltigkeitskriterien zu orientieren. Die KLJB fordert außerdem alle Akteur*innen dazu auf, sich einem Agrardialog nicht zu verschließen und die Wertschätzung von Lebensmitteln stärker in das Bewusstsein der Bürger*innen zu bringen“.

Für die KLJB ist „gerechtes und nachhaltiges Wirtschaften ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige weltweite Entwicklung“, erklärt Stephan Barthelme. Die Politik müsse daher entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen und Handelsabkommen so gestalten, dass sie sich an Menschenrechtsstandards als auch an ökologischen Standards messen. Darüber hinaus müsse die Kreislaufwirtschaft gefördert werden.

Der Bundesausschuss der KLJB tagt zweimal im Jahr an wechselnden Orten. Neben KLJB-Landes- und Diözesanvorsitzenden aus ganz Deutschland nehmen der Bundesvorstand und die Referent*innen der KLJB-Bundesstelle sowie die Bundesarbeitskreise an der Versammlung teil.

24.06.2019
Von: FebL/PM

Der Frühjahrs-Bundesausschuss 2019 der KLJB fordert eine konsequent nachhaltige Entwicklung. Foto: KLJB