AbL Baden-Württemberg unterstützt das Volksbegehren zum Artenschutz

Der Vorstand des Landesverbandes Baden-Württemberg der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Volksbegehren Artenschutz - „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg zu unterstützen.

Die AbL-Landesvorsitzende Petra Müller betonte, dass die grundsätzlichen Ziele der Initiative dem Selbstverständnis der AbL in Bezug auf den Schutz von Umwelt und Natur entsprechen. Franz Häußler, Landesvorsitzender der AbL, ging auf das Thema Ausbildung ein, das auch im Volksbegehren explizit benannt wird: „Die AbL setzt sich schon lange für eine Reform der Ausbildung ein. Notwendig ist eine konkrete Ausbildung in Richtung umweltfreundliches und tiergerechtes Wirtschaften. Als wachstumskritischer Verband sprechen wir uns dafür aus, den Blick auf bäuerliche Wirtschaftsformen zu richten: Im Mittelpunkt der Ausbildung müssen Betriebskonzepte stehen, die auf Qualität, Regionalität und Stabilität statt weltmarktorientierter Massenproduktion basieren.“

Für den AbL-Vorstand werde mit dem Volksbegehren etwas umgesetzt, was die AbL schon lange praktiziere. Dazu äußerte sich der Geschäftsführer Frieder Thomas: „Die Bäuerinnen und Bauern, die sich in der AbL zusammengeschlossen haben, führen schon seit langem den Dialog mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und sind bereit, im Sinne des Volksbegehrens zu wirtschaften. Sie sind bereit, ihre praktische Kompetenz bei der Ausgestaltung der konkreten Konzepte einzubringen.“ Thomas sieht aber nicht nur Bäuerinnen und Bauern, sondern auch andere gesellschaftliche Gruppen in der Pflicht: „Im Volksbegehren wird das Ziel formuliert, dass 50 % der Fläche nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden. Aus bäuerlicher Sicht müsste dies durch das Ziel ergänzt werden, dass entsprechend Kühlschränke und Speisekammern 50 % Ökoprodukte enthalten sollten. Damit würde deutlich, dass nicht nur Bäuerinnen und Bauern, sondern alle Menschen etwas tun müssen. Möglichkeiten gibt es viele: Nicht nur in den Kühlschränken, sondern auch in vielen Hausgärten.“

Initiator und Träger des Volksbegehrens Artenschutz "Rettet die Bienen" in Baden-Württemberg ist „proBiene – Freies Institut für ökologische Bienenhaltung“. Unterstützt wird das Volksbegehren von einem mittlerweile über 80 Mitstreiter zählenden breiten Bündnis aus Verbänden, Unternehmen, Parteien und Organisationen, zu denen neben der AbL beispielsweise gehören: Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, Naturland, Demeter, BUND, NABU, ProVieh, Umweltinstitut München, Slowfood, GLS Bank, Voelkel, UnternehmemsGrün, ÖDP, SPD.

Wesentliche Inhalte des dem Volksbegehren zugrundeliegenden Gesetzentwurfes sind das Verbot von Pestiziden in Naturschutzgebieten bei klar definierten Ausnahmen und der Schutz von Streuobstwiesen. Das Ziel, die Artenvielfalt zu schützen, soll in den einschlägigen Bildungs-und Ausbildungsangeboten öffentlicher Träger besser verankert werden. Ferner soll die Landesregierung die Öko-Landwirtschaft so fördern, dass bis 2025 ein Viertel und bis 2035 die Hälfte aller landwirtschaftlichen Flächen im Ländle ökologisch bewirtschaftet werden. Und die Landesregierung soll bis Anfang 2022 einen Plan vorlegen, wie der Anteil der mit Pestiziden belasteten Flächen im Land bis 2025 um die Hälfte reduziert werden kann. Dabei ist den Organisatoren nach eigenen Worten „völlig klar: Wenn wir den Anteil der ökologischen Landwirtschaft ausbauen wollen, müssen wir auch politisch mehr für die Absetzbarkeit der Produkte tun“ und dass man grundsätzlich natürlich etwas dafür tun muss, „dass das Gesamtsystem jene, die mit einem ökologischen und sozialen Mehrwert wirtschaften, nicht bestraft“.

Die erste Hürde hat das Volksbegehren bereits genommen. Die zur Einreichung des Zulassungsantrages benötigten 10.000 Stimmen wurden in kürzester Zeit gesammelt. Am 26. Juli wird der Zulassungsantrag des Volksbegehrens “Rettet die Bienen” beim Innenministerium eingereicht werden.