2018: Regenwald von der Fläche Englands zerstört

Weltweit sind laut dem jüngsten Bericht des Global Forest Watch der Universität Maryland/USA im vergangenen Jahr zwölf Millionen Hektar an Regenwald zerstört worden. Das entspricht der Fläche Englands und trägt nach Ansicht der Forscher zur Beschleunigung des Klimawandels bei.

Mit etwa einem Drittel am Gesamtverlust an Regenwald entfällt die größte Zerstörung auf Brasilien mit rund 13.500 Quadratkilometern. Es folgen die Demokratische Republik Kongo mit 4800 Quadratkilometern, Indonesien mit 3400 Quadratkilometern, Kolumbien mit 1800 Quadratkilometern und Bolivien mit 1500 Quadratkilometern. Der afrikanische Inselstaat Madagaskar büßte im vergangenen Jahr zwei Prozent seines Regenwaldes ein.

Die Hauptverursacher der Zerstörung sind Viehzucht und Landwirtschaft: in Asien und Afrika vor allem der Anbau von Palmöl, in Südamerika Getreide zur Produktion von Biotreibstoffen. Brandrodungen und Abholzungen zum Flächengewinn setzen dabei nicht nur klimaschädliches Kohlendioxid frei, sondern verringern auch die Kapazitäten der sogenannten grünen Lungen zur Aufnahme von CO2. Weltweit absorbieren die Regenwälder rund 30 Prozent des von Menschen verursachten Ausstoßes von Treibhausgasen - mehr als elf Milliarden Tonnen pro Jahr.

Als direkter Treiber der Entwaldung in Brasilien ist laut der Tropenschutzstiftung Oro Verde die Viehzucht mit etwa 80 % der Hauptakteur. Viehweiden selbst belegen dort eine Fläche von 200 Mio. ha, was bereits einem Fünftel der gesamten Landesfläche Brasiliens entspricht. Auf ehemaligen Regenwaldflächen oder bereits existierenden Ackerflächen wird dann Soja in großen Monokulturen angelegt. Da die landwirtschaftliche Nutzung, die dort vorher stattfand, auf andere Flächen - eben auch Regenwaldgebiete- ausweichen muss, sorgt dies nochmal für zusätzliche Regenwald-Zerstörung. Das eiweißreiche Soja bildet auch die Nahrungsgrundlage und notwendige Voraussetzung für die Massentierhaltung in Europa.

29.04.2019
Von: FebL

Palmölplantage statt Regenwald. Foto: Oro Verde