Otte-Kinast für gesetzliche Definition von Weidemilch

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) wirbt für ein europaweit gültiges Label für Weidemilch. Auf der vom europäischen Milchindustrieverband (European Dairy Association, EDA) veranstalteten „Dairy Policy Conference“ in Brüssel betonte die Ministerin, dass Verbraucher zunehmend bereit sind, einen höheren Preis für landwirtschaftliche Produkte zu zahlen, wenn diese unter besonderen Bedingungen erzeugt worden sind. Um die Weidehaltung wirtschaftlich attraktiv zu halten, habe man in Niedersachsen das Weidemilchlabel initiiert. „Wir sollten vermeiden, dass nun eine Flut von Labeln den Handel überschwemmt und für Verwirrung sorgt. Deshalb ist es richtig, über die Einführung einer gesetzlichen Definition von Weidemilch nachzudenken – am besten europaweit“, erklärte Otte-Künast. Mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai warb sie dafür, für gemeinsame Werte einzutreten. „Ich bin eine überzeugte Europäerin. Auch die Milchpolitik ist aufgrund der internationalen Handelsverflechtungen längst nicht mehr nur die Angelegenheit eines einzelnen Bundeslandes oder EU-Mitgliedstaates“, so die Ministerin.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium ist Mitglied der „PRO WEIDELAND Weidecharta Gemeinschaft“, der beispielsweise auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, das Landvolk, BUND, NABU und ProVieh angehören und der sich kürzlich auch die „europäische Molkereigenossenschaft“ Arla Foods angeschlossen hat.

„Es ist zu begrüßen, wenn sich möglichst viele Verbände und gerade auch Molkereien, wie jetzt Arla Foods, dem in Norddeutschland gestarteten Weidemilchlabel anschließen. Dann bedarf es vielleicht gar keiner staatlichen Vorgaben mehr“, erklärt Ottmar Ilchmann, Milchbauer und Vorsitzender der AbL-Niedersachsen. Allerdings gehört für ihn „dann auch unbedingt das wichtige Kriterium der besseren Bezahlung der Weidemilch bei allen Molkereien auf die Tagesordnung, denn die von Ministerin Otte-Kinast angesprochene wirtschaftliche Attraktivität ergibt sich erst bei deutlich höheren Milcherzeugerpreisen“.

22.03.2019
Von: FebL/PM

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast hat beim europäischen Milchindustrieverband EDA für eine gesetzliche Definition von Weidemilch "am besten europaweit" geworben. Foto: EDA