Höherer Milchpreis für Bauern in Frankreich

In Frankreich haben der Discounter Lidl und die Genossenschaftsmolkerei Sodiaal einen höheren Milchpreis vereinbart. Nach Aussage des Discounters erhöht Lidl France den Basispreis auf 35,6 Cent pro Liter Milch., unter Anrechnung aller Zuschläge können 37,1 Cent/l erreicht werden. Sodiaal verpflichtete sich zugleich, diesen Betrag in voller Höhe an die Landwirte weiterzugeben und die Vergütung vollständig transparent offenzulegen.

Wie schweizerbauer-online mitteilt, begrüßte der Genossenschaftspräsident Damien Lacombe das Engagement des Discounters und zeigt sich erfreut, dass Lidl die französischen Milchbauern langfristig unterstützen wolle. Lidl-Einkaufsleiter Michel Biero erklärte, derartige Vereinbarungen müssten von der Ernährungsindustrie und dem Detailhandel (LEH) entwickelt werden, um den Landwirten mehr Zukunftssicherheit zu garantieren. Er sei überzeugt, dass sich die gegenwärtige Situation zu Gunsten der Landwirtschaft verändern liesse, so Biero auf schweizerbauer-online.

Und es gab weitere ähnliche Vereinbarungen in Frankreich bis zum Abschluss der Verhandlungsrunde Ende Februar. So hat beispielsweise nach eigenen Angaben auch der Molkereikonzern Lactalis, nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Molkereiprodukte, mit der Einzelhandelskette Leclerc einen höheren Milchpreis vereinbart ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Die jetzt getroffenen Vereinbarungen sollen 15-20 Prozent der Gesamtmenge Milch in Frankreich betreffen.

"Dieser Preis kann die Produktionskosten vieler landwirtschaftlicher Betriebe decken", erklärt mit Blick auf die Vereinbarung von Lidl und Sodiaal Dominique Chargé, Präsident von Coop de France, dem 2.400 Genossenschaftsunternehmen angehören. In Frankreich liegen die Produktionskosten nach Berechnungen von Ökonomen zwischen 30 und 45 Cent pro Liter Milch.

In den jetzt erfolgten Vereinbarungen zwischen dem Handel und Erzeugerorganisationen sehen einzelne Beobachter bereits die ersten Auswirkungen des im Herbst 2018 in Frankreich verabschiedeten Landwirtschafts- und Lebensmittelgesetzes, an deren konkreten Regelungen zur Umsetzung noch gearbeitet wird. Das Ziel des Gesetzes ist es, die Position der Erzeuger zu stärken, da es ihnen angesichts der Konzentration im Einzelhandel an Verhandlungsmacht fehle.

10.03.2019
Von: FebL/PM