Weidetierhalter in Südniedersachsen werben um politische Unterstützung

Im südniedersächsischen Bergland hat sich nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes (LPD) eine Gruppe aus Landwirten und Naturschützern mit dem Ziel zusammengefunden, die Weidehaltung für Landwirte wieder attraktiver zu gestalten und wirbt dafür um politische Unterstützung.

„Wir bemerken Defizite in der Wertschätzung der Weidetierhaltung. Die Öffentlichkeit möchte die weidenden Tiere behalten, aber diese Form der Tierhaltung verursacht den Landwirten einen hohen Aufwand bei geringen Einnahmen“, schildert Frank Kohlenberg die Situation. Er ist Vorsitzender im Landkreis Holzminden des Landvolkes Weserbergland und kennt die Zwänge der Landwirte, Grünland in Berglagen wirtschaftlich nutzen zu können. Hier soll das Aktionsprogramm südniedersächsisches Grünland gegensteuern. Nutznießer sollen dabei nicht nur die Tierhalter sein, vielmehr rechnen sich alle Beteiligten auch einen Effekt auf Biodiversität und Kulturlandschaft aus. Die Weidenutzung hat über Jahrzehnte das Landschaftsbild in den Mittelgebirgslagen geprägt und die Artenvielfalt bei Pflanzen wie Tieren erhalten. Hier setzte über Jahre auch die Ausgleichszulage an, die Landwirten einen Teil ihres naturbedingten Nachteils in diesen Regionen über einen finanziellen Zuschuss abgenommen hat, die Ausgleichszulage wurde im vergangenen Jahr gestrichen. Jetzt haben sich laut LPD im Naturpark Solling-Vogler Landwirte und Naturschützer erstmals an einen Tisch gesetzt, um mit den richtigen Vorschlägen gegenzusteuern. Die Initiatoren vor Ort wollen dazu auch Agrar- und Umweltpolitiker auf Landesebene ansprechen und sich für ihre Vorhaben Unterstützung holen.

Nach dem Wegfall der Ausgleichszulage hatte die vorherige rot-grüne Landesregierung eine neue Prämie zur Förderung der Weidewirtschaft auf Grünflächen geplant. In der seit 2017 regierenden rot-schwarzen Koalition hat die neue Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) das Weideprogramm mit veranschlagten jährlichen Kosten von 30 Millionen Euro dann ersatzlos gestrichen, weil dies schlichtweg nicht finanzierbar sei.

Das Aktionsprogramm südniedersächsisches Grünland wurde von den Landvolkkreisverbänden Weserbergland und Northeim-Osterode sowie dem Projektbüro Kooperativer Naturschutz, dem Landschaftspflegeverband im Landkreis Göttingen und den Unteren Naturschutzbehörden aus den Landkreisen Holzminden und Northeim gemeinsam auf den Weg gebracht.

31.01.2019
Von: FebL/PM

Weidetierhaltung braucht politische Unterstützung. Foto: Landvolk