Westfleisch steigt bei „Pro Weideland“ ein

Das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen meldet den Einstieg des Genossenschaftsunternehmens Westfleisch bei „Pro Weideland“. Damit sind neben Milchprodukten jetzt erstmals auch Fleischprodukte mit Weidehaltungs-Label im Handel erhältlich. „Das Konzept kommt an und stellt für interessierte Konsumenten eine echte Alternative zur direkten Unterstützung der Landwirtschaft bei gleichzeitiger Förderung des Tierwohls dar“, erklärt Heribert Qualbrink, Einkaufsleiter Landwirtschaft bei Westfleisch, nach den Erfahrungen einer dreimonatigen Testphase in ausgewählten Lebensmittelmärkten.

Innerhalb des ersten Jahres will Westfleisch 2000 Tiere in das Pro Weideland-Programm integrieren und zahlt pro Weidekuh 15 Euro extra an die Milchbauern. Die Kühe stammen vorrangig von Landwirten aus dem Raum Oldenburg/Ostfriesland und den umliegenden Weideregionen. „Das Konzept basiert auf einem engen Austausch mit der - ebenfalls genossenschaftlichen - Molkerei Ammerland, um weitere Mehrwerte für Landwirte zu schaffen, die sich im Pro Weideland Label engagieren“, erläutert Qualbrink.

Die Tiere haben ganzjährige Bewegungsfreiheit, grasen an mindestens 120 Tagen sechs Stunden lang auf der Weide und erhalten nur gentechnikfreies Futter. Pro Kuh und Jahr müssen mindestens 2000m² Grünland und davon mindestens 1000m² Weidefläche zur Verfügung stehen.
Kein anderes Label regelt laut Gründungszentrum so streng wie das Gütesiegel Pro Weideland die Vorgaben für Weidemilch- und Weidefleisch-Produkte, für die es EU-weit keine einheitlichen Kriterien gibt. „Den Verbrauchern signalisiert das Gütesiegel absolute Klarheit über die Lebensmittel, die sie im Kühlregal mit dem Label vorfinden“, sagt Dr. Arno Krause, Geschäftsführer des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V., in dessen Händen das Label liegt.

„Hinter dem Gütesiegel steht als Abbild der Gesellschaft eine große Gemeinschaft, die eine Weidecharta gezeichnet hat und Weidehaltung als naturnahe Haltungsform mit ihren positiven Einflüssen auf Tierwohl, Umweltschutz und Biodiversität ausdrücklich unterstützt“, heißt es beim Grünlandzentrum. Zur Gemeinschaft zählen rund 30 Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wissenschaft und Politik wie zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, das Landvolk, BUND, NABU, ProVieh, Slow Food, das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung und das niedersächsische Landwirtschaftsministerium.