Gemeinsam für einen besseren Schutz vor Pestiziden in Europa

Ende Oktober ist in Brüssel die europaweite Initiative „Citizens for Science in Pesticide Regulation“ (Bürger für Wissenschaftlichkeit bei der Pestizidregulierung) gestartet, die von über 100 Organisationen und 25 Wissenschaftlern unterstützt wird. Der Start der Initiative erfolgt zum passenden Zeitpunkt, denn im Rahmen des sogenannten REFIT-Programms, das gewährleisten soll, dass die EU-Rechtsvorschriften ihre Ziele für die Bürgerinnen und Bürger wirksam, effizient und kostengünstig erreichen, überprüft die Europäische Kommission derzeit auch die geltende Pestizidgesetzgebung.

Dies nahm das „Citizens for Science“-Bündnis zum Anlass, in einem Manifest die Schwächen der derzeitigen Gesetzgebung zu analysieren und Vorschläge zu seiner Verbesserung zu präsentieren. In dem Manifest werden neben der Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Pestizidgesetzgebung vor allem volle Transparenz und die strikte Vermeidung von Interessenkonflikten bei deren Anwendung gefordert.

„Es ist höchste Zeit, die Geheimniskrämerei bei der Pestizidgenehmigung zu beenden und die Schlupflöcher zu schließen, durch deren Existenz nach wie vor hochgefährlicher Pestizide in der EU vermarktet werden. Der Einsatz von Pestiziden darf nur das allerletzte Mittel sein, wenn alle nichtchemischen Alternativen erprobt wurden und versagt haben“, postuliert die Initiative.

„Wenn die europäische Pestizidgesetzgebung ordnungsgemäß umgesetzt und die Methoden der Risikobewertung wissenschaftlich streng und objektiv überarbeitet würden, würde eine Reihe von Pestiziden, die bisher als sicher galten, sich nachweislich als für die menschliche Gesundheit und/oder die Umwelt gefährlich erweisen und müssten verboten oder eingeschränkt werden“, heißt es in den Schlussfolgerungen des Manifestes.

04.11.2018
Von: FebL/PM

Ein europaweites Bündnis fordert Verbesserungen in der Pestizidgesetzgebung. Foto: BUND