Milchpreis um die Hälfte zu niedrig

Deckt der Milchpreis die Erzeugerkosten? Wie das Verhältnis von Kosten zu Erlösen ist zeigt der Milchmarkerindex (MMI). Die aktuellen Ergebnisse des MMI für den Bezugszeitraum Juli 2016 zeigen bei der Betrachtung des Verhältnis zwischen Kosten und Erlösen eine Unterdeckung von 46 Prozent. Für Milchbäuerinnen und Milchbauern eine katastrophale Situation. Bis zum Juli fielen die Milchauszahlungspreise im Bundesdurchschnitt um minus 1,4 Cent auf 24,40 Cent pro Kilogramm. Die erneute Verschlechterung der Preis-Kosten-Ratio traf alle Regionen (Nord, Süd, Ost) stellen die Autoren fest. Am stärksten aber war Ostdeutschland betroffen. In dieser Region gaben die Milchauszahlungspreise um 1,93 Cent (Durchschnitt 23,98 Cent) nach. Im Süden fielen sie um 1,52 Cent (Durchschnitt 26,26 Cent), im Norden um 1,3 Cent (Durchschnitt 22,94 Cent) je Kilogramm Milch. Inzwischen, seit den Ergebnissen für Juli sind drei Monate vergangen, habe sich der Milchmarkt von einem Anbieter- in einen Käufermarkt gedreht, so die MEG Milchboard. Offenbar ist die veränderte Situation einem Angebotsrückgang auf Seiten der Milchbauern zuzuschreiben. In Deutschland ist die Erzeugermenge laut ZMP um 4,5 Prozent unter die der Vorjahresmelnge abgesunken. In Frankreich seien es gar 7 Prozent. Wären es diese Rückgänge der Produktionsmengen die jetzt an den Spotmärkten die Milchpreise auf 40 Cent7 Liter schnellen lassen (gegenüber unter 20 Cent im April) dann würde dies eindeutig für die hohe Wirksamkeit einer begrenzten Mengensteuerung hinwiesen. Die Reduktion den erzeugten Milchmenge um 4-5 Prozent führt demnach schon zu einem Abbau der Überschusssituation. Mengensteuernde Instrumentarien wie zuletzt auch von der EU-Komission eingeführt haben damit eine marktstabilisierende Wirkung und können helfen Verwerfungen am Milchmarkt, die zu einem massiven sterben bäuerlicher Betriebe führt zu reduzieren.

23.10.2016
Von: mn