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Wassergerechtigkeit braucht Vorsorge statt pauschaler Rangfolgen

Das Positionspapier des ZVG.

Wassergerechtigkeit darf nicht erst dann zum Thema werden, wenn Wasser bereits knapp ist und Nutzungskonkurrenzen akut werden. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) fordert deshalb eine vorausschauende Wasserpolitik mit verlässlichen Rechten, transparenter regionaler Planung und rechtzeitig ausgebauter Infrastruktur. Pauschale Rangfolgen zwischen Wirtschaftsbereichen lehnt der Verband ab. Das stellt der ZVG anlässlich des Vorstoßes von Bundesumweltminister Carsten Schneider für einen effizienteren, vorausschauenden und gerechteren Umgang mit Wasser klar.

„Die Debatte darf sich nicht auf die Verteilung des Mangels verengen. Wir brauchen regionale Lösungen, transparente Kriterien und vor allem frühzeitige Vorsorge“, betont der stellvertretende ZVG-Generalsekretär Dr. Hans Joachim Brinkjans. „Gartenbaubetriebe dürfen nicht erst in der Krise mit kurzfristigen und undifferenzierten Einschränkungen konfrontiert werden.“

Für den Gartenbau ist Wasser ein unverzichtbarer Produktionsfaktor, so der ZVG. Bereits kurzfristige Unterbrechungen der Bewässerung könnten bei Gemüse, Obst, Pflanzen und Gehölzen zu erheblichen Qualitätsverlusten, unverkäuflicher Ware oder Totalschäden führen. Zugleich verschärften längere Trockenphasen, regional sinkende Grundwasserstände, höhere Verdunstung und zunehmende Nutzungskonkurrenzen die Situation.

Bundesumweltminister Carsten Schneider spricht sich, so der ZVG, unter anderem für Investitionen in Wasserspeicher, Kanalnetze und Kläranlagen sowie für stärkere Anreize zum Wassersparen und den Einsatz effizienter Technologien aus.

Der ZVG begrüßt diese Zielrichtung. Investitionen in Wasservorsorge, Wasserqualität und Infrastruktur seien dringend notwendig. Bei den anstehenden Verteilungsfragen müsse der Gartenbau jedoch sachgerecht und differenziert berücksichtigt werden. Wie das gelingen kann, zeige der Verband in seinem neuen Positionspapier „Wasserverfügbarkeit für den Gartenbau sichern“ auf.

„Der Gartenbau übernimmt Verantwortung für einen effizienten und standortangepassten Wassereinsatz“, erklärt Dr. Hans Joachim Brinkjans. „Dafür benötigen die Betriebe verlässliche Wasserrechte, zügige Genehmigungsverfahren und investitionsfähige Rahmenbedingungen. Wer Wasservorsorge ernst meint, muss Speicher, Rückhaltebecken, Leitungsnetze, Verbundsysteme und alternative Wasserquellen ermöglichen, bevor akute Knappheit eintritt.“

Wasservorsorge und Verteilungsfragen müssen aus Sicht des ZVG zusammen gedacht werden. Kurzfristige Allgemeinverfügungen dürften fehlende regionale Planung nicht ersetzen. Erforderlich seien objektive Indikatoren, regional bekannte Schwellenwerte, eine frühzeitige Kommunikation und vorab festgelegte, abgestufte Maßnahmen.

„Die Lösungen liegen auf dem Tisch. Bund und Länder müssen jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie in den Regionen und Betrieben umgesetzt werden können", heißt es vom ZVG.