Über eine Million Menschen stellen sich gegen den Abbau von Naturschutzstandards. Im Rahmen einer Protestaktion vor dem Deutschen Bundestag haben Umwelt- und Naturschutzverbände ihre Botschaft an die Politik deutlich gemacht: Hände weg von Europas Naturschutzgesetzen! NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger übergab stellvertretend für das Bündnis die Unterschriften der europaweiten Petition „Hands Off Nature“ an Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Insgesamt haben 1.254.722 Menschen aus ganz Europa, darunter 322.070 Personen aus Deutschland, die Petition unterzeichnet. Hagedorn erklärte, dass ihr Haus die Aktion als Rückenwind empfinde.
Die Petition richtet sich gegen aktuelle Bestrebungen der Europäischen Kommission, lang erkämpfte europäische Natur- und Umweltschutzgesetze abzuschwächen und adressiert unter anderem das Omnibus-X-Paket, das Lockerungen für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln vorsieht, sowie die Wiederherstellungsverordnung.
Die unterzeichnenden Organisationen fordern stattdessen eine konsequentere Umsetzung und Stärkung bestehender Schutzstandards für Natur, Artenvielfalt und Klima.
„Die Natur ist nicht verhandelbar. Über eine Million Menschen in Europa erwarten von der Politik, dass sie unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützt, statt bewährte Schutzstandards infrage zu stellen. Wir brauchen starke Naturschutzgesetze – in Deutschland und in Europa. Die Bundesregierung muss dafür einstehen und sich auch auf europäischer Ebene klar für eine starke und zukunftsfähige Natur- und Umweltschutzpolitik einsetzen“, erklärt das Bündnis der beteiligten Umweltverbände.
Starke Naturschutzgesetze schützen nicht nur Tiere und Pflanzen. Sie sichern sauberes Trinkwasser, gesunde Böden, naturnahe Flüsse und die Verfügbarkeit von Wasser, artenreiche Landschaften und wichtige Kohlenstoffspeicher wie Wälder und Moore. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag für die Gesundheit, den Klimaschutz und die Zukunftsfähigkeit Europas.
Die Petition „Hands-Off-Nature“ wurde von BirdLife Europe, ClientEarth, dem European Environmental Bureau (EEB) und WWF EU initiiert und wird von einem breiten Bündnis europäischer Umwelt- und Naturschutzorganisationen getragen. Auch in Deutschland unterstützen zahlreiche Verbände die Initiative. An der Aktion vor dem Bundestag beteiligten sich in Deutschland NABU, WWF, Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Deutsche Naturschutzring (DNR), BUND, BUND Naturschutz in Bayern, Pro Wildlife, der Deutsche Alpenverein (DAV) und ClientEarth.
Die Berliner Petitionsübergabe war Teil einer europaweiten Aktion. Am 23. Oktober wurden die Unterschriften auf europäischer Ebene in Brüssel an EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall übergeben. Mit den Aktionen in Berlin und Brüssel wollen die Umweltverbände deutlich machen: Der Rückhalt für starke Natur- und Umweltschutzgesetze ist in ganz Europa groß.