Das Jahr 2007 brachte für die Landwirtschaft in vielen Bereichen einen Umbruch. Die Erzeugerpreise für viele Lebensmittel stiegen in kaum geahnten Höhen. Die Weltmarktspreise für Weizen legten innerhalb eines Jahres um 80 Prozent zu, die für einige Milchprodukte haben sich gar verdreifacht.
Einer der Gründe für die steigenden Preise ist die rapide wachsende Nachfrage nach Energie und Sprit aus agrarischen Rohstoffen. Hier entstehen ganze neue Konkurrenzen um die begrenzten Anbauflächen dieser Erde. Und dies nicht nur bei uns, sondern auch in den armen Ländern des Südens, wo sich die einheimische Bevölkerung die teuren Lebensmittel immer weniger leisten kann.
Die Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung kann aber auch verantwortbar sein: wenn sie dezentral in bäuerlicher Hand verbleibt, ökologisch verträglich betrieben wird und für sinnvolle Zwecke eingesetzt wird. Der vorliegende Kritische Agrarbericht leistet eine differenzierte Analyse und Bewertung des aktuellen Biomasse-Booms und diskutiert die Frage, was von der Politik getan werden muss, um ökologisch wie sozial verträgliche Formen der energetischen Biomassenutzung zu fördern.
Ende November 2007 veröffentlichte die EU-Kommission Ende November ihren „Gesundheits-Check“ der derzeitigen Förderpolitik und eröffnete damit die wahrscheinlich wichtigste agrarpolitische Debatte der kommenden Monate. Die Signale aus Brüssel lassen aufhorchen: größere Umschichtungen von Agrarzahlungen zugunsten der ländlichen Entwicklung sind geplant. Auch zu diesem Thema finden sich erste Analysen im Kritischen Agrarbericht 2008.