11.05.2020

Protest vor dem Werkstor

Wochenlang hat Pfarrer Peter Kossen aus der Pfarrei Seliger Niels Stensen in Lengerich/Nordrhein-Westfalen „davor gewarnt, nun ist das Schlimmste eingetreten“, schreibt das Bistum Münster in einer Pressemitteilung mit Blick auf die über 200 infizierten Mitarbeiter im Westfleisch-Schlachthof im nordrhein-westfälischen Coesfeld sowie weiteren Großschlachthöfen bundesweit. Pfarrer Kossen sieht einen Grund in den schlechten Arbeitsbedingungen, aber auch der katastrophalen Wohnsituation der Arbeitsmigrantinnen und -migranten. Um darauf aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren, stellte er sich am 9. Mai mit Plakaten vor das Werkstor in Coesfeld. Die

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11.05.2020

Schlachthöfe als Corona- Brennpunkte

So richtig überraschen kann es nicht. Große Schlachthöfe mit vielen ausländischen Werksarbeitern sind aktuell neben den Pflegeheimen der größte Risikoherd für eine Corona-Virus- Infektion. Nachdem schon vor zwei Wochen mehr als 250 infizierte ausländische Arbeitnehmer bei Müller Fleisch in Birkenfeld (Baden Württemberg) festgestellt wurden und danach der Rinder- Schlachthof von Vion in Bad Bramstedt (Schleswig Holstein) wegen Ansteckungsgefahr geschlossen wurde, geriet Ende dieser Woche der Westfleisch- Schlachthof in Coesfeld (NRW) ins Fadenkreuz der Gesundheitsbehörden. Die Zahl der positiv auf Corona getesteten Mitarbeiter ist bis Sonntag auf 230 vo

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09.05.2020

EU-Gelder nicht für Lagerhaltung ver(milch)pulvern

In mehreren EU-Ländern haben Milchbauern und -bäuerinnen mit Milchpulver-Aktionen auf die existenzbedrohende Situation auf ihren Höfen aufmerksam gemacht und an die EU-Kommission sowie die EU-Mitgliedstaaten appelliert, gemeinsam ein Mengenreduktionsprogramm durchzuführen. Ihre Botschaft: „Wir MilcherzeugerInnen sagen JA zu einer EU-weiten Milchreduktion und NEIN zur privaten Lagerhaltung von Butter, Milchpulver und Käse als Krisenmaßnahme.“ Während in Frankreich oder Litauen ein Nebel aus Magermilchpulver über die Felder zieht entsteht in Berlin vor dem Bundeskanzleramt eine Pyramide aus Milchpulversäcken, gekrönt von Befürwortern der privaten Lager

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09.05.2020

Soja aus Brasilien für Europa schädigt das Klima und ist das Resultat von Entwaldung

Der weltweite Sojahandel ist aus mehreren Gründen eine Hauptquelle von Treibhausgasemissionen. Die Umwandlung von natürlicher Vegetation in Ackerland ist wahrscheinlich die wichtigste Ursache, da letzteres in der Regel wesentlich weniger CO2 bindet als die ursprünglichen Ökosysteme. Auch bei der Ernte der Sojabohnen und der Verarbeitung zu Folgeprodukten, dem anschließenden Transport zu den Ausfuhrhäfen und der Verschiffung werden Treibhausgase freigesetzt. Das teilen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn mit, die mit Blick auf den Sojaproduzenten Brasilien in einer Studie, die sie gemeinsam mit Partner aus Spanien, Belgien und

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08.05.2020

Ein Jahr Ackerbesetzung in Neu-Eichenberg

Aufgrund der Pläne für ein 80 Hektar umfassendes Logistikzentrum ist vor einem Jahr ein Acker im nordhessischen Neu-Eichenberg von der „Aktionsgruppe Acker bleibt“ besetzt worden. „Und die Besetzung als Investitionsrisiko zeigt ihre Wirkung“, erklären anlässlich des Jahresjubiläums die Besetzer, die sich unter anderem aus Studierenden der Ökologischen Landwirtschaft, ausgebildeten Landwirt_innen, Praktiker_innen und Klimaaktivist_innen zusammensetzen. Der für das Logistikzentrum vorgesehene Investor, die Dietz AG, ist Anfang 2020 abgesprungen, da der Standort für ihn aufgrund des Protestes „enorm an Attraktivität eingebüßt“ habe. Auch lokalpolitisch fe

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07.05.2020

Bund und Länder kleben an alter EU-Agrarpolitik

Eine breite Plattform von Verbänden aus Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft, Tierschutz und Entwicklungspolitik fordert die Landwirtschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern zu einem grundlegenden Umsteuern auf. Die Coronakrise könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass große Teile der Branche vor tiefgreifenden Veränderungen stünden. Die Bundesländer müssten daher jetzt die Weichen dafür stellen, die Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik in Deutschland massiv zu ändern, damit die landwirtschaftlichen Betriebe den notwendigen Beitrag zur Lösung der großen Herausforderungen in den Bereichen Klimaschutz und Klimawandel, Umwelt-, Arten- und Ti

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06.05.2020

Vorsorglich handeln und Milchkrise vermeiden

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die AgrarministerInnen auf, sich für eine freiwillige Mengendrosselung auf EU-Ebene einzusetzen und schlägt konkrete Instrumente dazu vor. Zum äußerst angespannten Milchmarkt in der Corona-Pandemie hat die AbL eine aktuelle Position und eine bäuerliche Videobotschaft veröffentlicht. „Unsere Milchpreise sind auf Talfahrt“, sagt Elisabeth Waizenegger, Biomilchbäuerin im Allgäu und Milchsprecherin im Bundesvorstand der AbL. „Auf dem Spotmarkt sank der Milchpreis bereits auf unter 30 Cent. Auch Molkereien haben Preise unter der 30-Cent Marke angekündigt. Das ist absolut kritisch für die bäue

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06.05.2020

LK Österreich: Wer weniger produziert, soll von EU unterstützt werden

Der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger, erwartet von der EU-Kommission finanzielle Unterstützung, wenn Betriebe freiwillig Liefermengen reduzieren, und hofft auf einen Österreich-Pakt für regionale Lebensmittel als Zukunftsinstrument. "Wir sehen im jüngst veröffentlichten Maßnahmenprogramm der Europäischen Kommission einen wichtigen ersten Schritt in Richtung Entspannung der Märkte und Stabilisierung der Preise. Ein wirksames Instrument, Druck aus den Märkten zu nehmen, ist die freiwillige Rücknahme der Produktion. Die Landwirtschaft und mit ihr die Verarbeitungswirtschaft sind bereit, ihre Erzeugung den geschr

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06.05.2020

Bauernhof in Hamburg muss bleiben: „Wir wehren uns“

Der Milchbauer Hauke Jaacks aus Rissen/Hamburg hat vor dem Verwaltungsgericht Hamburg Klage gegen die Entscheidung der Wirtschaftsbehörde eingereicht, die „seinen“ Hof an einen außerlandwirtschaftlichen Investor verkaufen will. „Wenn es bei dieser Entscheidung bleibt, dann werde ich meinen Bauernhof aufgeben müssen. Meine Frau und ich halten 340 Rinder, bewirtschaften 150 Hektar, davon ein Großteil als Weideland. Wir sind mit Leib und Seele Bauern und wollen das auch bleiben. Deshalb wehren wir uns“, sagt Hauke Jaacks. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde hatte Anfang April den Widerspruch von Hauke Jaacks gegen den Verkauf zurückgewiesen. Im vergangenen

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04.05.2020

Umweltschutz für Bäuerinnen und Bauern lohnenswert machen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die Agrarminister und -ministerinnen der Länder anlässlich der am kommenden Freitag als Videokonferenz stattfindenden Agrarministerkonferenz (AMK) auf, ein deutliches politisches Zeichen zu setzen, um Umweltschutz für Bäuerinnen und Bauern lohnenswert zu machen und dafür das von der EU-Kommission vorgeschlagene Instrument der Eco-Schemes zu nutzen. In einer Stellungnahme macht die AbL konkrete Vorschläge zur Umsetzung dazu. Denn für die AbL ist Fakt: Die Spannungsfelder, in denen sich Bäuerinnen und Bauern in Deutschland und der EU bewegen, könnten herausfordernder kaum sein. Grundwasser-

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04.05.2020

Höchste Zeit für Regionalsierung der Ernährungswirtschaft

„Ist unsere Ernährung in Krisenzeiten gesichert?“, fragen sich nach Ansicht des Bundesverbands der Regionalbewegung derzeit zu Recht viele Verbraucherinnen und Verbraucher. “Höchste Zeit für eine Regionalisierung in der Ernährungswirtschaft“, heißt es in einer gemeinsam mit Marktschwärmer Deutschland, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V. und den Ernährungsräten aus Frankfurt und Köln veröffentlichten Pressemitteilung. Wie anfällig globale Lieferstrukturen sind, werde gerade immer deutlicher und wirke wie Wasser auf die Mühlen der Regionalbewegung in Deutschland. „Die Corona-Pandemie zeigt, wie verlet

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04.05.2020

Vion stoppt Produktion im Schlachthof Bad Bramstedt wegen Corona-Infektionen

Die Vion Food Group hat als Vorsichtsmaßnahme die Produktion im Schlachthof Bad Bramstedt vorerst eingestellt, nachdem sich ein Teil der Mitarbeiter in den Bereichen Schlachtung und Zerlegung mit dem Coronavirus infiziert hat. Wie das das Unternehmen weiter mitteilt, hat sich etwa ein Drittel der über einen Subunternehmer beschäftigten Arbeitskräfte infiziert. Die Belegschaft soll daher zunächst in außerplanmäßige Betriebsferien gehen. Die betroffenen Arbeiter seien deutscher, albanischer und rumänischer Nationalität und alle in Deutschland sozial- und krankenversichert. Die Mehrheit der infizierten Beschäftigten lebt laut VION in einer zu Wohnungen u

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04.05.2020

Green Deal darf nicht verwässert werden

Am 29. April wollte die Europäische Kommission im Zusammenhang mit dem Green Deal ihre Farm to Fork-Strategie und ihre Biodiversitätsstrategie vorstellen. Diese politischen Dokumente sollten zum ersten Mal ehrgeizige und verbindliche Ziele in der EU in beiden Politikbereichen festlegen. Der Termin wurde jedoch zum zweiten Mal verschoben und soll nun eventuell am 20. Mai stattfinden. In der Zwischenzeit haben durchgesickerte Dokumente gezeigt, dass das ursprüngliche ehrgeizige Ziel, die Verringerung des Pestizideinsatzes in den Mitgliedstaaten verbindlich vorzuschreiben, im Laufe der Zeit ausgehöhlt wurde und dass die Gefahr, mit schwachen Strategiepapi

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02.05.2020

Ein von prekärer Beschäftigung abhängiges System

Die sich aktuell zeigende Situation von Saisonarbeitskräften und zumeist osteuropäischen Arbeitskräften in den Verarbeitungsbetrieben muss nach Ansicht des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU), Harald Schaum, genutzt werden, um grundlegend über die Bedingungen eines falschen Systems nachzudenken und diese zu ändern. „Hier ist eine Situation entstanden, in der die Betriebe hochgradig abhängig von prekärer Beschäftigung sind“, erklärt Schaum im Interview mit der Unabhängigen Bauernstimme. Der Mangel an Arbeitskräften zeigt nach Ansicht von Schaum beispielhaft: „Die Lebensmittelindustrie hat sich entlang de

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02.05.2020

EU-Ausschuss der Regionen für Milchmengenreduzierung und Entschädigung für Milcherzeuger

Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) hält die von der EU-Kommission zusammen mit Vorschlägen zu Marktstützungsprogrammen und Ausnahmen von EU-Wettbewerbsvorschriften vorgeschlagenen Beihilfen für die private Lagerhaltung von Magermilchpulver, Butter und Käse für nicht geeignet, um eine weitere Milchkrise zu verhindern. Dieses Instrument habe sich schon in der Vergangenheit als ineffizient erwiesen und habe lediglich dazu geführt. dass wertvolle Zeit im Umgang mit einer zunehmend dramatischeren Krise im Milchsektor verstrichen sei. Um die Belastung der Erzeuger und der Milchwirtschaft infolge der Corona-Krise zu verringern und keine „Milchberg

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02.05.2020

Keine Vorteile durch GV-Baumwolle

Im Jahr 2002 brachte Mahyco, das indische Joint-Venture des Gentechnik-Konzerns Monsanto, seine gentechnisch veränderte Bt-Baumwolle (Bollgard®, gefolgt von Bollgard II™ in 2006) auf den indischen Markt. Diese produziert selbst Toxine, die den Baumwollkapselbohrer abtöten soll. Die damit verbundenen Versprechen sind Ertragssteigerungen, weniger Insektizideinsatz und sinkende Kosten. Eine Untersuchung von zwei Wissenschaftlern (der Washington University und dem International Cotton Advisory Committee in den USA, einer davon war Direktor des Indischen Zentralinstituts für Baumwollforschung) von Daten und Studien der letzten 20 Jahre zeigt jedoch, dass in

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30.04.2020

NEULAND begrüßt DLG-Zertifizierung von Isofluran-Narkosegeräten

Der NEULAND e.V. begrüßt die am 28.4.20 erteilte Zertifizierung von drei Isofluran-Narkosegeräten durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Darunter ist auch das Gerät PigNap 4.0. der Firma Schulze-Bremer, eine Weiterentwicklung des bei NEULAND seit 2008 eingesetzten Modells. Die DLG Zertifizierung setzt sehr strenge Maßstäbe an Narkosegeräte hinsichtlich der Funktionsfähigkeit, Praktikabilität und Arbeitssicherheit. Die Zertifizierung ist eine Voraussetzung für die staatliche Förderung von 60 % der Anschaffungskosten, bzw. max. 5.000 Euro pro Sauenhalter. Außerdem darf ein NEULAND-Landwirt die Kastration nach erfolgter Sachkundeprüfung

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29.04.2020

Bundesregierung muss Zukunftskommission Landwirtschaft einsetzen

„An die Arbeit. Wann, wenn nicht jetzt?“ fordert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) mit Blick auf die im März von der Kanzlerin und der Bundeslandwirtschaftsministerin angekündigte Zukunftskommission Landwirtschaft die Bundesregierung zum Handeln auf. „Wie lange will die Bundesregierung noch warten, damit die längst beschlossene Zukunftskommission Landwirtschaft ihre Arbeit aufnimmt? Die angespannte Situation in der Landwirtschaft verlangt angesichts der großen Herausforderungen einen breiten Konsens zwischen Landwirtschaft und Zivilgesellschaft, wie wir diese gemeinsam bewältigen wollen und wie wir unser Ernährungssystem krisenf

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28.04.2020

Runter mit der Menge statt neue Milchseen und Butterberge zu finanzieren

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN), der Landesverband der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der dortige Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fordern eine verbindliche Regelung zur Produktionsbeschränkung bei der Milch. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber fordern sie auf, sich auf EU-Ebene für eine Milchmengenreduktion zu Gunsten bäuerlicher Betriebe einsetzen anstatt der Milchindustrie 80 Millionen Euro für die Einlagerung von Milchüberschüssen zu geben. „Die Milchmenge muss an den europäischen Bedarf angepasst und weiter reduziert werden“, so Richard Mergner, BN Vorsitzender. Durch die veränderten

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27.04.2020

Elf Gründe, warum Europa Patente auf Pflanzen und Tiere verbieten muss

Die Organisation Keine Patente auf Saatgut! hat einen neuen Bericht über Patentanträge auf Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung vorgelegt. Diese dürfen nach europäischem Recht nicht patentiert werden. Von Anfang 2018 bis Ende 2019 wurden dennoch mehr als 100 Patentanträge eingereicht, die die konventionelle Züchtung betreffen. Im Bericht werden elf Beispiele vorgestellt. Sie umfassen Fälle von Biopiraterie, Ansprüche auf Gemüse, Biere, Gerste aber auch landwirtschaftliche Nutztiere. Werden konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere als „Erfindungen“ patentiert, stehen diese ohne Zustimmung der Patentinhaber nicht für die weitere Züchtung zu

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