04.06.2019

Vielfalt auf dem Acker und im Kopf

Für die, die es ausprobieren, ist es oft ein schöner Motivationsschub. Jahre-, Jahrzehntelang wuchsen auf dem Acker nur Getreide und Hackfrüchte, jetzt sind es Erbsen oder Ackerbohnen, Leguminosen also, und sie stehen üppig und gleichmäßig. Häufig machen Bauern und Bäuerinnen, die – zur Auflockerung ihrer konventionellen Fruchtfolge oder in der Umstellung auf Ökolandbau – zum ersten Mal Erbsen oder Bohnen anbauen, diese positive Erfahrung. Dass das nicht so bleibt, wenn man Leguminosen häufiger oder gar zu häufig bringt, dass es nach wie vor zumindest konventionell schwierig mit der Wirtschaftlichkeit ist, dass es nach dem kurzen Boom durch die Einführ

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04.06.2019

Neue Hühner braucht das Land

Henne, Hahn oder Ei – die Frage wer zuerst da war, stellt sich für Carsten Bauck nicht. „Hahn und Henne gehören zusammen.“ Was klingt wie ein lapidarer Allgemeinplatz, ist in den vergangenen Jahren zu einem gesellschaftlich immer brisanteren Ethikthema avanciert. Eigentlich sollte schon Ende Mai das Bundesverwaltungsgericht entscheiden, was juristisch als höherwertig anzusiedeln ist: wirtschaftliche Interessen oder der im Grundgesetz verankerte Tierschutz. Es hatte dann kurz vor dem anberaumten Termin noch weiteren Beratungsbedarf, so dass das Urteil nun auf den 13. Juni terminiert ist. Auch daran wird deutlich, wie viel Zündstoff darin liegt, dass jäh

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04.06.2019

"Die wesentlichen Treiber des Artensterbens sind menschengemacht“

Die Artenvielfalt nimmt weltweit dramatisch ab. Etwa eine Million der derzeit bekannten rund acht Millionen Tier- und Pflanzenarten ist im Laufe der nächsten Jahrzehnte vom Aussterben bedroht, wenn der Mensch seine Lebensweise nicht gravierend ändert, so das Fazit des „Global Assessment“ des Weltbiodiversitätsrates IPBES, das Anfang Mai zum weltweiten Zustand von Natur und Umwelt vorgestellt wurde. Die Erkenntnisse, die in drei Jahren von 145 führenden Fachleuten aus mehr als 50 Ländern, unterstützt von 330 sogenannten Contributing Authors, zusammengestellt wurden, zeichnen ein dramatisches Bild. Ganz bewusst stellen die Wissenschaftler bei ihren Betr

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16.05.2019

Die DÜV und Panikmache

Gar kein Verständnis habe ich für die zwangsweise Unterernährung der Pflanzen, die ja in ‚roten Gebieten’ unter Bedarf der Kultur stattfinden soll. “ (WLV-Präsident Johann Rörig in „Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben“ 9/2019, S. 20).Zwei Anmerkungen.Die Wortwahl „Bedarf der Kultur“ drückt eine Verwechselung aus. Der natürliche Bedarf einer Pflanze besteht darin, dass die Pflanze wachsen kann, dass sie zur Samenreife gelangt und dass die Samenkörner die Erhaltung und Ausbreitung der Art ermöglichen. Der „Bedarf“ der Pflanzen im Sinne der DÜV drückt dagegen aus, welche Stickstoffmengen zu düngen sind, um den vom Landwirt erhofften Ertrag zu er

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07.05.2019

Starke Stufen - nicht nur für den Handel!

Der bunte Strauß des Lebensmitteleinzelhandels an unterschiedlichen Haltungskompassen, Tierwohlkennzeichnungen etc. hat sich seit dem 1. April diesen Jahres vereinheitlicht in der sogenannten Haltungsform. Hier finden nun für verpackte Ware die Verbraucher*innen Stufen in aufsteigender Wertigkeit für mehr Tierwohl zwischen 1 bis 4, wobei die Stufe 1 dem gesetzlichen Standard und die Stufe 4 Standards wie Bio, die Premiumstufe des deutschen Tierschutzbundes und Neuland beinhaltet. Das staatliche Tierwohl-Siegel soll 2020 für den Bereich Schwein folgen. Die teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler an der Haltungsform haben schon angekündigt ihr System seh

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07.05.2019

„Für mich ist das krasses Politikversagen”

Unabhängige Bauernstimme: Herr Hofstetter, Sie sind Agraringenieur und nach vielen Jahren in der Wissenschaft zu Greenpeace gewechselt und dort vor allem im Landwirtschaftsbereich tätig. Sie haben die Gentechnik- und die Pestizidarbeit begleitet und sind jetzt als Political Advisor neben Landwirtschaft auch in die Greenpeace-Arbeit zu Wald eingebunden. Im Bereich Landwirtschaft macht Greenpeace seit längerem auf die Zustände in der industriellen Tierhaltung aufmerksam. Ist der Tierschutz nach dem Umweltschutz ein neues Betätigungsfeld der Organisation? Martin Hofstetter: Natürlich ist uns am Wohl der Tiere gelegen. Das ist ja eigentlich eine moralisch

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07.05.2019

Ein Haltungs-Sortiersystem für den Anfang

Vorbehalte gibt es genug, gegen alles und jeden: die Politik, die nur redet und nicht handelt, der Handel, der zwar handelt, aber nur alibimäßig und falsch, die Verbraucher, die auch nur reden, immer wollen und doch nicht so handeln, die Bauern, die immer jammern, wie viel sie schon tun, aber eben doch nie genug, und am liebsten hätten, dass alles so bleibt, wie es ist. Es ist nicht so einfach, einen Weg für die Nutztierhaltung der Zukunft auszumachen oder zu entwickeln. Nun versucht sich von offizieller politischer Seite gerade der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert als Adjutant seiner ministerialen Nachfahrin Julia Klöckner (CDU)

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03.04.2019

Nutztierstrategie auch fürs Wasser

Berlin dreht wieder am Düngerecht. Schon bei der letzten Reform 2017 war allen bewusst, dass sie nicht reichen würde. Die Problematik von örtlich stark gewachsenen Tierbeständen auf wenig Fläche wurde nicht angegangen. Aus dem Missverhältnis „Viele Tiere – wenig Fläche“ ergibt sich zwangsläufig ein Zuviel. Die überschüssige Gülle ist in den Intensivregionen zum teuren Entsorgungsfall geworden. Die bis weit über 1.000 Euro pro ha angestiegenen Pachtpreise verdeutlichen, wie hoch der Druck ist. Die jetzt von Berlin nach Brüssel gemeldeten Veränderungen an der Düngeverordnung werden die Flächensituation zusätzlich massiv verschärfen. Dabei sind die Pachtp

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03.04.2019

Düngeverordnung: Wasserschutz oder Gängelei?

Aktuell sind die Gesetze zur Umsetzung der 2017 novellierten Düngeverordnung (DüV) noch nicht abschließend verabschiedet, da wird auch auf Druck aus Brüssel bereits über eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung diskutiert. Brüssel droht mit Strafzahlungen von 858.000 Euro täglich, wenn Deutschland nicht nachbessert. Gleichzeitig riskiert das Bundeslandwirtschaftsministerium im Falle der Untätigkeit, dass Brüssel eigene Verordnungen erlässt, die dann umgesetzt werden müssten. Genannt wird hier beispielsweise eine weitere Reduktion des Grenzwerts für organische Düngemittel von 170 kg N/ha auf 130 kg N/ha. Das wäre dann ganzflächig eine noch größere

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03.04.2019

„Wo willst Du eigentlich hin?“

Unabhängige Bauernstimme: Bauern und Bäuerinnen haben extreme Jahre hinter sich: Regen, Dürre, schlechte Preise. Merken Sie das auch in den Anfragen, die bei Ihnen landen? Irmgard Hüppe: Ich hatte damit gerechnet, dass wir mehr Anfragen bekommen, aber das ist überhaupt nicht so. Mein Eindruck ist, und das bestätigen auch Kollegen und Kolleginnen aus anderen Beratungseinrichtungen, dass die Bauern und Bäuerinnen, besonders vielleicht die Milchviehhalter, in einer so geradezu bedrohlichen Situation waren und zum Teil auch noch sind, dass es um ganz vordergründige Fragen geht: Wo bekomme ich genug Futter her, um meine Tiere satt zu kriegen? Wie soll ich

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03.04.2019

Änderung der Düngeverordnung ja – aber doch nicht so!

Bei der neuen Düngeverordnung (DÜV) geht es im Kern darum, Nitratauswaschung ins Grund- oder Oberflächenwasser zu verhindern. Das ist ein wichtiges Anliegen! Andere Formen von Stickstoffverlusten – als Ammoniak, als Lachgas, als atmosphärischer Stickstoff – spielen begleitend eine Rolle. Das Thema hat eine schon lange Geschichte: Es war 1985, als von der EU die Obergrenze für Nitrat im Trinkwasser auf max. 50 mg/Liter festgelegt wurde (zuvor waren es 80 mg gewesen). Begründet wurde dies mit der Gefahr der Umwandlung von Nitrat in Nitrit und weiter in Nitrosamine im menschlichen Körper mit der Folge schwerer Erkrankungen (vor allem bei Kleinkindern). 19

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06.03.2019

Artenschutz mit Bäuerinnen, Bauern und Gesellschaft

Die neue Düngeverordnung fordert für alle Betriebe eine bodennahe streifenförmige Ausbringung oder eine direkt in den Boden einbringende Methode. Für Acker ist diese ab 1. Februar 2020 verpflichtend und für Grünland fünf Jahre später ab 1. Februar 2025. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wären Prallteller und Schwenkverteiler, wie sie derzeit gängig sind, nicht mehr zugelassen. Für viele Betriebe stellen die neuen Vorgaben ihre Eigenmechanisierung in Frage, denn eine Umrüstung ist selten möglich und ein neues Fass mit Schleppschläuchen meist nur für große Betriebe bzw. im überbetrieblichen Einsatz rentabel. Wer aus diesem Grund zukünftig die Gülleausbringu

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06.03.2019

Die Möglichkeiten der Ausnahme

Die neue Düngeverordnung fordert für alle Betriebe eine bodennahe streifenförmige Ausbringung oder eine direkt in den Boden einbringende Methode. Für Acker ist diese ab 1. Februar 2020 verpflichtend und für Grünland fünf Jahre später ab 1. Februar 2025. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wären Prallteller und Schwenkverteiler, wie sie derzeit gängig sind, nicht mehr zugelassen. Für viele Betriebe stellen die neuen Vorgaben ihre Eigenmechanisierung in Frage, denn eine Umrüstung ist selten möglich und ein neues Fass mit Schleppschläuchen meist nur für große Betriebe bzw. im überbetrieblichen Einsatz rentabel. Wer aus diesem Grund zukünftig die Gülleausbringu

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06.03.2019

Tschechiens Premier vermischt Politik und Geschäftsinteressen

Seit dem 2. August 2018 werden „keinerlei Mittel aus europäischen Programmen“ an Tschechien und/oder an Projekte in Tschechien ausgezahlt. Das erklärte der EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU), zuständig für Haushalt und Personal, im Dezember 2018 im Rahmen einer von den Grünen beantragten Debatte im EU-Parlament. Anlass ist ein Interessenkonflikt, der mit dem Namen Andrej Babiš verbunden ist, der 2013 mit einer Parteineugründung (ANO) und als deren Vorsitzender in die Politik eintrat, zunächst Finanzminister und 2017 Premierminister wurde. Bereits seit 2014 liegt dieser Konflikt in Brüssel auf dem Tisch, wurden nicht nur seitens des EU-Parlaments Hinw

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06.03.2019

Das Auge macht den Unterschied

Es sind eigentlich nur ein paar Zentimeter Knorpel, Sehnen, rosa Haut und ein paar blonde Härchen am Ende des Schweineschwanzes. Und doch machen sie den Unterschied. „Wir haben sowieso immer nur die allerletzte Schwanzspitze kupiert“, sagt Schweinebäuerin Angela Harms aus Damnatz im Wendland, „ich dachte, da können die letzten zwei Zentimeter doch nicht so eine Herausforderung sein.“ Nach zwei Jahren als Betrieb der Einstiegsstufe des Labels des deutschen Tierschutzbundes mit Beratung, geringeren Besatzdichten, Außenklima, Wühlecke, Strohraufe ist sie dennoch einigermaßen ernüchtert. „Wir hatten viel Leid im Stall“, sagt sie und ihr Mann formuliert es

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05.02.2019

Bewegung mit Verantwortung

Viele sind sich einig: „Eine tolle Veranstaltung“. Weit über 30.000 junge und jung gebliebene Menschen, angeführt von 171 Bäuerinnen und Bauern mit ihren Traktoren, demonstrieren am 19. Januar 2019 in Berlin. Die Botschaften sind deutlich: Bauernhöfe statt Agrarindustrie. Essen ist politisch. Kein langweiliges Ritual, kein Hass und Hetze, dagegen viele neue Kräfte, Ideen, freundlich und entschlossen. Ein gutes und positives Medienecho. Die Demonstration liefert reichlich Gesprächsstoff im politischen Berlin und im Bundesgebiet. Keine andere Bewegung hat in Deutschland neun Jahre in Folge so viele Menschen auf die Straße gebracht wie die „Wir haben es s

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05.02.2019

Eine für Alles

Der Januar ist ein wichtiger Monat für die Bundeslandwirtschaftsministerin. Mit der Grünen Woche in Berlin findet „ihre“ Messe statt. Auch wenn sich die Grüne Woche schon seit längerem immer mehr zur Verbrauchermesse entwickelt hat, zu einem Ort, an dem man unterschiedlichsten Kulturen und vor allem deren Essgewohnheiten begegnen kann. Ein Ort des Austauschs also, des Kennenlernens, des miteinander Redens. Und das findet natürlich rund um die in den Messehallen aufgebauten Leckereien statt. Gleichzeitig wird in Kongresszentren, auf Empfängen und bei der seit mehreren Jahren parallel stattfindenden internationalen Agrarministerkonferenz, für die Messebe

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05.02.2019

„Der Widerstand geht aber weiter“

Interview mit dem Brasilianer Antônio Andrioli, Vize-Rektor der Universidade Federal da Fronteira Sul, UFFS Angela Müller: Am Samstag fand in Berlin die „Wir haben es satt“-Demo statt. Was bedeutet Ihnen die Bewegung? Antônio Andrioli: Ich war letztes Jahr auf der Demo dabei und konnte vor dem Brandenburger Tor eine Botschaft zur Situation von Landwirtschaft und Politik in Brasilien vortragen. Die Landwirtschaft hat meiner Ansicht nach nur eine Zukunftsperspektive, wenn sie bäuerlich, lokal und ökologisch gestaltet wird. Auch das Engagement gegen Glyphosat, Agrargifte generell und Gentechnik ist für mich sehr wichtig. Ich wünsche mir außerdem, dass S

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05.02.2019

Bio im Lebensmitteleinzelhandel bleibt leider meist Greenwashing

Ein Interview mit der Geschäftsführerin des BNN über die Anforderungen an neue Absatzwege für Bioprodukte Unabhängige Bauernstimme: Frau Röder, Sie sind die Geschäftsführerin des BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren e. V.). Wie haben Sie die Entwicklungen des Naturkostfachhandels im vergangenen Jahr wahrgenommen? Elke Röder: Der Naturkostfachhandel ist, nach einer kleineren Stagnation 2017, im vergangenen Jahr gewachsen. Das Wachstum bei den Tagesumsätzen lag bei 6,2 Prozent. Das ist ein gutes Ergebnis, denn wir brauchen ein organisches Wachstum, auch beim Umsatz. Die Betriebe wollen größer werden, umbauen, ihre Einrichtung erneuern. Mit einem Nul

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14.01.2019

Das Herz der Bewegung

Als ich im Januar 2011 mit einer Freundin nachts durch die nasskalten Berliner Straßen zog, um für die erste „Wir haben es satt!“-Demonstration Plakate zu kleben, war noch niemanden klar, wie sich dieser Versuch, eine agrarpolitische Großdemonstration zu veranstalten, entwickeln würde. Die Botschaften auf den Postern waren schon damals deutlich: „Für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft, gegen Gentechnik, Dumpingexporte und Tierfabriken!“ Da ich in der jungen AbL aktiv war, wusste ich, dass auch einige Bäuerinnen und Bauern den Weg mit ihren Traktoren nach Berlin auf sich nehmen würden. Sie sollten den städtischen Demozug anführen. Und das

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Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

Bahnhofstraße 31
59065 Hamm

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Telefon: 02381-49-22-20
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Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
Bahnhofstraße 31
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15.06.2019

Ein Rechtsgutachten, das von der Pro-Gentechnik-Organisation