16.02.2021

Die Zukunft der Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft

Der Wir-haben-es-satt-Protest vor Ort war diesmal coronabedingt nicht ganz so groß. 30 Trecker vorzugsweise aus dem Berliner Umland, zwei Handvoll reale und 10.000 virtuelle Demonstranten – Menschen, die ihren Fußabdruck verbunden mit ihren agrarpolitischen Forderungen vor's Kanzleramt geschickt hatten. Pünktlich zum WHES-Protest am 16. Januar veröffentlichte die Jugendorganisation des BUND – die BUNDjugend – eine Vision der Jugend für ein Landwirtschafts- und Ernährungssystem der Zukunft. Mitgetragen wird die Erklärung von elf weiteren Jugendorganisationen, von der jungen AbL über das Junge Bioland und das Bündnis Junge Landwirtschaft bis zu Nabu- und

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16.02.2021

Lösung oder Sackgasse in Fernost?

China, China, immer wieder China – in Abwandlung des legendären Ausrufes eines Fußballreporters bei der WM 1954 könnte man heute die Wirkungen des internationalen Agrarhandels und der Weltmarktpreise bewerten, die auch unsere Preise beeinflussen. Auf dem deutschen Schweinemarkt brachten im Herbst Winter 2019/2020 die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China mehrere Monate die Preise auf ein Rekordhoch, das die Konten mancher Schweinebauern und vor allem der Fleischexportindustrie füllte. Nach den coronabedingten Schlachthofschließungen und vor allem nach dem Ausbruch der ASP bei uns kehrte sich die Schweinewelt um. China sperrte die Einfuhr

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16.02.2021

Gemeinsam können wir das besser!

„26.000 Menschen haben noch im letzten Jahr, vor Corona, gegen die herrschende Agrarpolitik demonstriert“, berichtete die RBB-Abendschau am 16. Januar 2021. Letztes Jahr, im Januar 2020, blickten wir auf ein Jahrzehnt „Wir haben es satt!“, mehr als eine Viertelmillion Menschen insgesamt waren in diesen zehn Jahren auf die Straße gegangen: gegen das Höfesterben und für eine gerechtere Agrarpolitik, für mehr Tierwohl, Klima- und Artenschutz. Auch im Januar 2020 war das Corona-Virus bereits in der Welt, doch hier in Europa fühlten wir uns noch sicher. Ein Jahr später war das anders – Wochen und Monate des Bangens lagen hinter uns: Kann und darf die Wir-ha

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05.01.2021

Gemeinsam sind wir stark!

Wer hätte das gedacht! Nach einem Jahr großer Bauernproteste für und gegen Düngeverordnung, Bauernbashing, Insektenschutz, aber auch Agrarwende oder GAP-Reform sind wir jetzt, Ende 2020, schließlich beim Schlüsselthema für den Fortbestand der bäuerlichen Landwirtschaft und die Existenzsicherung möglichst vieler Betriebe angekommen: Bei den Erzeugerpreisen für Lebensmittel. Es begann Anfang November mit Aktionen frustrierter und wegen erneuter Rabattschlachten erboster Bäuerinnen und Bauern bei einigen Zentrallagern der großen Lebensmittelhändler im Nordwesten. Dann folgten die koordinierten Aktionen der im Milchdialog zusammengeschlossenen Verbände bei

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05.01.2021

Ferkelerzeuger zur Sau gemacht

„Der Ferkelerzeuger trinkt Wasser, der Mäster Wein und der Handel trinkt Sekt“, diese alte Schweinehalterweisheit bestätigt sich in dieser Zeit wieder einmal. Die Schlachthofschließungen durch Corona und die Exporteinschränkungen durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) haben den Schweinemarkt komplett durcheinandergewirbelt. Der „Schweinestau“ in den Mastställen bewegt sich weiterhin bei etwa 500.000 Schweinen und wird auch bedingt durch neue Coronafälle in einzelnen größeren Schlachthöfen nicht geringer. In der Folge sind die Schlachtgewichte von sonst 96 kg auf über 100 kg/Schwein angestiegen und der Schweinepreis auf 1,19 Euro/kg gefallen, wenn de

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05.01.2021

„Es muss Geld auf die Höfe“

Die grüne Halbinsel Eiderstedt in Nordfriesland ist Weite mit Tieren. Marschland über Jahrhunderte dem Meer abgetrotzt durch wenige Menschen, die zusammenhalten mussten. Die Bauern und Bäuerinnen hier wirtschaften im Nordseewind am Nationalpark Wattenmeer. „90 % unserer Fläche ist Grünland, ich kann auf dem Standort hier gar nichts anderes machen“, sagt Jann-Harro Petersen, Sprecher der Milchgruppe von Land schafft Verbindung (LSV). Schon seine Eltern hielten Kühe, noch im Nebenerwerb, weil seine Mutter Lehrerin war. Er übernahm den Hof mit seiner Frau 2005, erweiterte den Stall von 1987 und stockte auf rund 140 Kühe auf. Neben den Kühen finden noch ru

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05.01.2021

Eine bäuerliche Protestbewegung der Extraklasse

Schauen wir dieser Tage nach Indien, zeigt sich ein Bild, das nicht nur durch die Menge der protestierenden LandwirtInnen und die Dauer der Proteste beeindruckt, sondern auch in der inhaltlichen Gestaltung dieser Proteste. Am 27.September 2020 hat die Regierung des Premierministers Modi auf einen Schlag ein Agrargesetzpaket (Indian Farmer’s Bill) verabschiedet – und zwar gänzlich ohne die Landwirt*innen in die Gestaltung dieser extremen Agrarreform miteinzubeziehen und auch gegen die geschlossene Ablehnung der gesamten Opposition. Das Gesetzespaket soll eine weitere Deregulierung der Agrarmärkte in Indien bewirken und dem freien Markt vollkommenen Z

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03.11.2020

Weidende Kühe sind kein Problem

So einhellig wie die wissenschaftliche Auffassung, dass die Klimaerwärmung Mitte des 19. Jahrhunderts begann, so einhellig ist auch die Annahme, dass dieser Vorgang aufs engste mit dem Prozess der Industrialisierung verknüpft ist. Die historischen Quellen der Klimaveränderungen sind dabei vor allem die Nutzung der fossilen Energiequellen (Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas) und die starke Zunahme bei der Verwendung von Mineralien (z. B. verschiedene Erze und auch andere bergbaulich gewonnene Stoffe). Viele einflussreiche zeitgenössische Ökonomen – von Albrecht Daniel Thaer bis zu Karl Marx – gingen davon aus, dass wie selbstverständlich nicht nur das Gewe

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30.10.2020

Dauergrünland oder Prärie?

Diese Frage nach der zutreffenden Bezeichnung der hiesigen Wiesen und Weiden habe ich mir sehr oft in diesem Sommer 2020 gestellt. Mein Blick schweifte dabei nicht nur über die eigenen Flächen, sondern auch über die der kleinen und großen Betriebe in der Nachbarschaft. Was da aussah wie ein Stoppelfeld, ist in Wirklichkeit Dauergrünland. Dabei war der Sommer für sehr viele Menschen in Deutschland wohl eher ein Durchschnittssommer. Aber der Blick in die Natur zeigt ein anderes Bild, wie sich an blühenden Kürbissen, Zucchini und Kastanien im Oktober feststellen lässt. Dem trockenen Erntejahr entsprechend war der Strohballenaltar beim Erntedankgottesdiens

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30.10.2020

Der „Brotbaum“ geht, was kommt?

Seit drei Jahren zu wenig Regen, insbesondere in der Vegetationsperiode, dafür aber viel Sonne und hohe Temperaturen. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums zeigt für weite Teile Deutschlands bis in die Tiefe von 180 cm eine extreme Trockenheit. Auch der Oberboden ist zu trocken, in fast allen westdeutschen Bundesländern mit Ausnahme von Bayern. Massive Schäden in den Wäldern und Forsten sind zu verzeichnen. Über 30 Millionen Festmeter Schadholz sind in NRW bereits angefallen, die doppelte Menge, die Wirbelsturm Kyrill produzierte und ca. 30 Prozent des gesamten Fichtenvorrats. Diese Schäden treffen vor allem die Waldbesitzer*innen – aber die langfris

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30.10.2020

Zugang zu Land sichern

Boden ist die Grundlage allen bäuerlichen Wirtschaftens. Um so gefährlicher ist alles, was uns Bauern und Bäuerinnen diese Grundlage entzieht: Erosion, Bodenversiegelung, Investoren, unbezahlbare Preise, Verpächter, die ihr Land ohne jedes Verantwortungsgefühl verpachten – die Reihe ließe sich fortsetzen. Für fast alle diese Probleme haben wir als AbL probate Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt – zwei unserer Ideen, den Zugang zu Land zu sichern, seien hier kurz skizziert: Heuschrecken verhindern Das Agieren außerlandwirtschaftlicher Investoren in der Landwirtschaft war ja Schwerpunktthema der vorletzten Bauernstimme. Ein besonders krasses Beispiel der j

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30.10.2020

Liebe Widerständige … ... Menschen im Wendland

Ein riesiger Glückwunsch und ein großer Dank an euch, ihr habt durch euren jahrzehntelangen beharrlichen und friedlichen Widerstand gegen den Irrweg und das Unrecht der Atomenergie unserem ganzen Land einen unschätzbaren Dienst getan. Ihr habt – auch in den Jahren, als die Unterstützung bescheiden war – euch nicht beirren lassen und bei jedem Castor gekämpft, als wenn es der erste wäre. Ihr wurdet kriminalisiert, blutig geschlagen, eingesperrt, die Polizei zerstach eure Treckerreifen. Eure Kreativität, euer Widerstandsgeist und euer Zusammenhalt waren grenzenlos und die Pyramiden der Bauern immer intelligenter und unzerstörbarer. Ihr seid mit hunderten

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28.09.2020

Wut braucht Orientierung

Was würdet Ihr tun, wenn Ihr in Belarus leben würdet, eine diktatorische Regierung das Ergebnis der Präsidentenwahl offensichtlich verfälscht und friedlich protestierende Menschen brutal niederknüppeln lässt? Wut kommt auf. Wut ist ein schlechter Ratgeber. Wird sie deshalb unverständlich? Im Amazonas wird weiter der für das Weltklima so wichtige Regenwald angesteckt, damit noch mehr Soja und Rindfleisch für den Weltmarkt produziert werden kann. Das alles mit der Rückendeckung einer brasilianischen Regierung, die für die Profite der großindustriellen Sojabarone über Natur und Leichen geht. Mit dieser Regierung will die EU immer noch ein Freihandelsabk

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28.09.2020

Eco-Schemes dürfen nicht zu Greewashing verkommen

Derzeit sind die Gespräche über die nationale Ausgestaltung der Eco-Schemes in vollem Gang. Noch ist unklar, wie viele der Mittel aus der ersten Säule in die neuen Eco-Schemes fließen sollen. Je nach Verband seien 20 bis 30 Prozent der Mittel an konkrete Umweltleistungen zu knüpfen. Von der EU aus könnten sogar bis zu 70 Prozent der Mittel für freiwillige Leistungen vergeben werden. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) hat ein Modell entwickelt, das es den Landwirten ermöglicht, aus 19 einzelnen Maßnahmen die für den jeweiligen Betrieb passenden zusammenzustellen. Der kieler Agrarökonom Professor Dr. Uwe Latacz-Lohmann, Mitglied im wissens

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28.09.2020

Phosphatkulisse beunruhigt

Der Bundesrat hat am 16.09. die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten (AVV) verabschiedet. Sie tritt nun Ende des Monats in Kraft. Die Ausweisung dieser Kulisse wurde nötig im Zuge der neuen Düngeverordnung. Die Bewegung „Land schafft Verbindung“ sieht die konkrete Umsetzung der Vorschriften durchaus als Erfolg ihrer Aktionen seit dem letzten Herbst. „Bei Nitrat ist das Bemühen erkennbar, belastete Gebiete genauer einzugrenzen und die Verursacher der Belastungen zu identifizieren“, so der niedersächsische LsV-Landessprecher Dirk Koslowski. Allerdings wurde gleichzeitig mit der Ausweisung de

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28.09.2020

Mal die wahren Preise angenommen

Wer mit Landwirtschaft zu tun hat, wird sehr schnell mit der Frage nach dem Zustandekommen der Erzeugerpreise konfrontiert. Bilden diese die Kosten des Betriebes ab? Ist eine faire Entlohnung gegeben? Vom Vorgehen her sind derartige Berechnungen vergleichsweise einfach, da alle Daten, wie Maschinen- und Personalkosten, Betriebsmitteleinsatz und Zeitaufwand, auf einem Betrieb vorliegen. Deutlich schwieriger wird es, wenn Parameter mit aufgenommen werden sollen, die in bisherigen Preiskalkulationen keine Beachtung fanden. Umweltkosten erfassen In der Wissenschaft wird allerdings schon seit einigen Jahren daran gearbeitet, die landwirtschaftlichen Umwel

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01.09.2020

Biete: 1.000 ha

Biete: Acker-/Milch-Betrieb, 1.000 ha, guter Mitarbeiterstamm vorhanden, Region: Ost-Deutschland, Investitionsvolumen: 10 Mio. Euro. Diese Art von Kaufgesuchen und Angeboten landet des Öfteren in meinem E-Mail-Postfach. Lasse ich die letzten 25 Jahre als Bäuerin in Ostdeutschland Revue passieren, kommen mir einige prägende Erlebnisse in den Sinn: zum einen die Umwandlung der LPGs in Agrargenossenschaften, welche Mitte der 90er Jahre bei unserer Betriebsgründung noch in vollem Gange war. Damit einhergehende Geschichten von Bauern und Bäuerinnen, die ihre eingebrachten Inventarbeiträge niemals ausgezahlt bekamen und erfolglos klagten. Auch die fragwürdi

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01.09.2020

Ackerland beim Discounter

Schon seit Ende der 90er Jahre haben gerissene Unternehmer das Potential von LPG-Nachfolgeunternehmen in den ostdeutschen Bundesländern erkannt. Letztlich noch aus der Landwirtschaft kommende wie Siegfried Hofreiter oder Jürgen Lindhorst stiegen früh ein und kauften Betrieb um Betrieb. Liquiditätsengpässe, Managementfehler oder Geldbedarf bei den Gesellschaftern ermöglichten ihren Einstieg. Später kamen die Investoren, die ihr Geld in der Möbelbranche, als Brillenhersteller, als Entsorger oder sonst wo gemacht haben. Dem Geldadel fehlte das wertbeständige Investment im Anlageportfolio. Als dann nach dem Bankenzusammenbruch im Jahr 2007 die Kernschmelze

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01.09.2020

Bauernberwegung für Umbau

Im Vorfeld der Zukunftskommission Landwirtschaft ist es aus einem Milchdialog des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) heraus gelungen, ein gemeinsames Positionspapier, das von einer neuen, breiten Bauernbewegung getragen wird, zu erarbeiten und am 21. August zu veröffentlichen. Unterzeichnet wurde das Papier von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), vom BDM, von Land schafft Verbindung (LsV), vom European Milk Board (EMB), von den Freien Bauern und den großen Milcherzeugergemeinschaften MEG Milch Board, MEG NRW und MEG Rheinland-Pfalz sowie der neu gegründeten Bauern-und-Land-Stiftung. Schnittmenge definieren Jann Harr

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01.09.2020

Jedem Landkreis ein Schlachthaus – oder was brauchen wir wirklich?

Die Politik kommt unter Druck, hat doch die Corona-Krise nicht nur die miserablen Arbeitsbedingungen in den großen Schlacht- und Zerlegebetrieben ins politische Bewusstsein gebracht, sondern auch eine Debatte losgetreten, ob nicht neben dem Umbau der Tierhaltung auch notwendigerweise ein Umbau der Fleischindustrie voranzutreiben wäre. Dezentrale Strukturen Die Forderung, jeder Landkreis brauche seinen Schlachthof, klingt gut. Hatten wir ja! Damals, als der Staat noch seine Aufgabe in der Sicherung der Daseinsvorsorge, sprich Lebensmittelsicherheit, sah. Damals gab es diese kommunalen Schlachthöfe in den größeren Städten fast aller Landkreise. Bevor n

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Marcus Nürnberger

Redakteur der Unabhängigen Bauernstimme

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Claudia Schievelbein

Redakteurin der Unabhängigen Bauernstimme
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