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03.10.2015

mn

"Schmidt komm' raus! Schmidt komm' raus!"

Der Domplatz in Fuldavoller Schlepper

Die Minister drinnen die Bauern draußen

Die Polizei versucht zu beruhigen

In Fulda demonstrierten die Milchbauern bei sonnigem Wetter vor dem Tagungshotel der Agrarministerkonferenz. Die Botschaft eindeutige Botschaft der ca. 500 Milchbauern die mit über 30 Traktoren nach Fulda gekommen waren: Ausrichtung der Produktion an der Nachfrage. Hinter den dicken Mauern des Tagungshotels feilschten die Agrarminster der Länder unterdessen an einem Kompromiss. Die grün Regierten Länder forderten auch die Steuerung der Produktionsmengen als eine Option zur zukünftigen Bewältigung bzw. Vermeidung von Milchkrisen aufzunehmen. Dass sowohl die SPD- als auch die CDU/CSU geführten Bundesländer dem nur zähneknirschend zustimmten war in der gemeinsamen Pressekonferenz deutlich zu spüren. „Prüfen kann man vieles, aber es sollte auch Aussicht auf Erfolg haben.“ brachte Sachsen-Anhalts Minsiter Aeikens (CDU) seine Skepsis zum Ausdruck. Auch der als Gast geladenen Bundeslandwirtschaftsminister machte deutlich, dass es den Agrarministern überlassen sei mittels einem runden Tisch unter Beteiligung der gesellschaftlich relevanten Gruppen nach zukünftigen Lösungsmöglichkeiten zu suchen, er aber auf dem von ihm eingeschlagenen Kurs bliebe. Vor den Türen indes, bei den Bäuerinnen und Bauern, war die die Stimmung bedrückt und angespannt. Was im Konferenzraum als Tagungsordnungspunkt acht verhandelt wurde, ist für sie Realität. Niedrige Milcherlöse, unbezahlte Rechnungen, fällige Kredite. So war es wenig verwunderlich, dass die Bauern nach Ende der BDM-Kundgebung das Tagungshotel stürmten. "Schmidt komm' raus! Schmidt komm' raus!" skandierten die aufgebrachten Bauern vor den eilig von der Polizei verschlossenen Türen des Tagungsraums. Minister Schmidt freilich entzog sich einem direkten Gespräch. Lediglich eine kleine Delegation von BDM-Vertreter empfing der Minister nach dem Ende der Pressekonferenz. Zur gleichen Zeit Empfing Hessens Agrarministerin Priska Hinz eine Delegation Milchbäuerinnen zum Gespräch. Die Ergebnisse sind nicht der große Durchbruch, aber sie zeigen, dass das beharren der Bauern auch in der Politik ankommt. Die Forderung nach einer aktiven Produktionssteuerung ist Teil des AMK-Beschlusses. Und auch das es den Bauern mit ihren Forderungen ernst ist wurde in Fulda deutlich.

Dateien:
TOP_8_Beschluss-Milch-AMK-02-10-2015_Fulda.pdf
Milch-Aufruf_Verbände_zur_AMK_in_Fulda-kl.pdf