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14.03.2017

Jörg Bergstedt

Containern ist kein Verbrechen!

In Deutschland vergammeln jährlich 11 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel auf Feldern, Transport oder im Müll. Bis zu 50% der produzierten Lebensmittel werden auf ihrem Weg vom Feld bis zu Verbraucher_innen vernichtet.Den Lebensmittel- und Handelskonzernen geht es um möglichst großen Profit. Das beudetet Umweltzerstörung, Ausbeutung von Menschen, Tierleid und vieles mehr. Gerade angesichts der fortschreitenden Klimaveränderung wäre ein schonender Umgang mit Ressourcen dringend geboten. In der Lebensmittelproduktion passiert das Gegenteil. Dagegen wehren sich Menschen - auf vielfältige Weise.Manche Menschen gehen "Containern", das heißt, sie holen sich das genießbare Essen wieder aus den Müllcontainern von Supermärkten. Doch unglaublich: Statt, dass der Staat etwas gegen die massive Ressourcenvernichtung unternimmt und die Rettung von Lebensmitteln vor und aus dem Müll fördert, verfolgt er die, die "containern". Denn nach dem geltenden § 242 Strafgesetzbuch begeht auch Diebstahl, wer Produkte vor der Vernichtung rettet, wenn sie ihm nicht gehören. Im Januar 2017 wurde ein mittelloser Rentner in Bayern deswegen zu einer Geldstrafe verurteilt, im April werden zwei Menschen in Aachen vor Gericht gestellt.Das geht nicht nur bei Lebensmitteln so. Auch wer Brauchbares aus dem Sperrmüll mitnimmt, wird zum Dieb. Wir finden: Das Containern von Lebensmitteln oder die Mitnahme von Sperrmüll ist legitim! Wir setzen uns für eine entsprechende Änderung des Diebstahl-Paragraphen ein. Helft uns dabei. Ab ca. Mitte März wollen wir für einen Monat eine Petition an den Deutschen Bundestag richten. Wird sie in dieser Zeit von 50.000 oder mehr Menschen unterschrieben, muss sich ein Ausschuss des Bundestages mit unseren Forderungen auseinandersetzen – öffentlich. Unterschriften können sowohl online als auch auf ausgedruckten Listen abgegeben werden. Darüber hinaus werden wir außerdem mit vielfältigen Aktionen Aufmerksamkeit auf unsere Forderungen lenken.