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17.04.2017
mn

Tote Bienen

Wie jedes Jahr im Frühling schauen die Imker gespannt auf die erwachenden Bienenvölker. Trotz guter Betreuung und ausreichend Futter kommt es immer wieder zu unerwarteten Ausfällen. Unbefriedigend ist in den meisten Fällen, dass die Ursachen des Bienensterbens über die Wintermonate meist unklar bleiben. Besonders Hart getroffen hat es in diesem Jahr unter anderem Imker in der Region Mainz, schildert Franz Botens, dessen Bienenvölker rund um und in Mainz stehen. Nein standen muss man bedauerlicherweise sagen. Denn Botens beklagt einen nahezu 100 prozentigen Ausfall. Um Ursachen für die massiven Völkerverluste zu finden hat der Stadtimker sich an das Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen gewendet. Dort allerdings begann man nicht etwa mit einer breit angelegten Ursachenforschung, sondern erklärte, die Bienenverluste hätten ihre Ursache in einem hohen Varroabefall. Die Varroamilbe parasitiert auf den Bienen und schwächt diese sodass es bei einem hohen Befallsdruck vor allem in den Wintermonaten immer wieder zu Völkerverlusten kommt. Seit Jahren sind die Imker allerdings mit dem Schädling vertraut und bekämpfen diesen bereits im Vorfeld. So habe auch er es getan erläutert Franz Botens. Andere Ursachen für das Bienensterben sind der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Diese werden von den Bienen mit dem von ihnen eingetragenen Blütenpollen gesammelt und im Stock eingelagert. Unbestritten ist, dass eine ganze Reihe von Pestiziden die Gesundheit der Bienen negativ beeinträchtigen. Konkrete Untersuchungen bleiben aber aus Rücksicht auf die Landwirtschaft und die chemische Industrie die Ausnahme. Der Vorsitzende des Imkerverband Rheinland-Pfalz Klaus Eisele beklagt denn auch die Äußerungen des FDP-Wirtschaftsstaatssekretärs Becht, der im Zusammenhang mit den bundesweit 20 % Völkerverlusten von „bedauerlichen Einzelfällen“ spricht. Privat in Auftrag gegebene und durch Spenden finanzierte Analysen von vier toten Bienenvölkern brachten für ein Volk den Nachweis von mehreren Pestiziden. Darunter auch Fenoxycarb, einem sogenannten endokrinen Disruptor der keine Zulassung hat, sondern im Rahmen einer sogenannten Notfallzulassung alljährlich für die Spritzsaison erlaubt wird. Warum stellt der FDP-Minister Wissing keine Transparenz in der Landwirtschaft her fragt Franz Botens, Obmann für Pestizide im Imkerverband Rheinland-Pfalz. Der Imkerverband Rheinland-Pfalz will weder Maßnahmen gegen die Bauern wie von Becht gemutmaßt, noch die Verschärfung von Gesetzen oder gar Überwachungseinrichtungen. „Wir wollen nur das, was Wissing auch will, eine moderne, transparente Landwirtschaft. Wir wollen keine Pestizide verbieten, aber wir wollen, dass die Pestizide nur da hinkommen wo sie hin sollen aber auf keinen Fall in unsere Bienenvölker“ so Botens weiter. Das Deutsche Bienenmonitoring hat nachgewiesen, dass über 90% der Pollen in Bienenvölkern pestizidbelastet sind. Zum Teil ist die Belastung so hoch, dass die Verkehrsfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Dies ist ökologisch wie ökonomisch eine Katastrophe.