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31.01.2017
cw

Trägt Geflügelindustrie zu Vogelgrippe bei?

Seit Wochen besteht wegen Geflügelpestfällen in Deutschland eine fast flächendeckend verhängte Aufstallungspflicht für Geflügel. Eine seit vielen Jahren immer wiederkehrend in den Wintermonaten auftretende Situation. Bäuerliche NutzgeflügelhalterInnen mit Freilandsystemen stellt dies vor große, existentielle Probleme, sie sind nicht auf reine Stallhaltung ausgelegt und müssen ihre Bestände z.T. schlachten.

Auslöser für die scharfe Vorgehensweise ist die vom zuständigen Friedrich-Löffler-Institut (FLI) vertretene Hypothese, dass das hochpathogene Vogelgrippevirus H5N8 von Wildvögeln verbreitet wird. Doch zunehmend werden Zweifel an der These laut. „Trotz der Schärfe solcher Maßnahmen ist es in der Vergangenheit nicht gelungen, einen erneuten Ausbruch in Deutschland zu verhindern. Wir haben daher einige Zweifel an der Wirksamkeit der generellen Aufstallungspflicht“, so Reiko Wöllert, der stellvertretende Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Er kritisiert: „Die gesellschaftlich gewünschte und aus Tierschutzgründen absolut sinnvolle Freilandhaltung von Geflügel ist aber kaum noch möglich, wenn die Bäuerinnen und Bauern alljährlich bangen müssen, ihr Geflügel wieder in Ställe sperren zu müssen. Einige Betriebe haben deshalb die Geflügelhaltung schon aufgegeben – das darf nicht sein.“

Seit längerem beschäftigt sich zudem u.a. das Wissenschaftsforum Aviäre Influenza kritisch mit dem Thema, aber z.B. auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) äußerte Kritik. Nicht in Frage gestellt ist, dass bei einem akuten Auftreten der Vogelgrippe unter Wildvögeln die Gefahr besteht, Freilandgeflügel zu infizieren. Aber gerade bei Ausbrüchen in großen Geflügelbeständen innerhalb geschlossener Stallanlagen wird der Infektionsweg mit Übertragung durch erkrankte Wildvögel angezweifelt.

Die AbL fordert in einer aktuellen Pressemitteilung die zuständigen Ministerinnen und Minister in Bund und Ländern auf, sich bei der Ursachensuche nicht auf die Übertragung durch Wildvögel zu beschränken, sondern auch den Beitrag der vielen Transporte und Stroffströme zwischen den verschiedenen Stufen der industriell organisierten Geflügelwirtschaft genau unter die Lupe zu nehmen. „Um zu einer wirksamen Seuchenprävention zu kommen, müssen die Ursachen und Verbreitungswege der Krankheit vorurteilsfrei analysiert werden und dementsprechende Maßnahmen ergriffen werden“, so Wöllert. In einem Brief richtete die AbL entsprechende Fragen an die zuständigen Ministerien und Behörden mit der Bitte um Beantwortung.
Der Brief mit den Fragen an BM Schmidt findet sich unten als Datei.

Dateien:
17-01-30-BM_-_Vogelgrippe_-_Fragen.pdf101 Ki