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30.01.2017
ml

Studie: Roundup schädlicher als gedacht

Wissenschaftler des renommierten King’s College in London haben in einem Langzeitversuch nachgewiesen, dass winzige Dosen des Glyphosat enthaltenden Unkrautvernichtungsmittels Roundup bei Ratten zur Bildung einer Fettleber führen. Die Tiere bekamen eine tägliche Roundup-Dosis (vier Nanogramm pro Kilogramm Köpergewicht), die um das 75.000fache unter dem in der EU zugelassenen Wert liegt. Im ersten Jahr zeigten die Ratten keine Auffälligkeiten, im zweiten Jahr jedoch entwickelten die meisten Fettlebern. Bei Urinuntersuchungen von Menschen in verschiedenen europäischen Ländern hat sich ergeben, dass wir über Herbizidrückstände in Lebensmitteln eine bis zu tausendfach höhere Glyphosatbelastung haben als die Laborratten. In einem Interview sagte einer der Wissenschaftler, Dr. Michael Antoniou, im Unterschied zu bisherigen Studien habe man den Tieren nicht reines Glyphosat verabreicht, sondern ein handelsübliches Herbizid wie Roundup, das neben Glyphosat noch weitere chemische Stoffe enthält. Diese Kombination von Chemikalien sei gesundheitsgefährdender als reines Glyphosat. Laut Antoniou leiden in der EU inzwischen 20 bis 30 % der Bevölkerung an nicht alkoholbedingter Fettleber, was u. a. zu Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfällen führen kann. Zwar könne man dafür nicht ausschließlich glyphosathaltige Herbizide verantwortlich machen, die Studie habe jedoch gezeigt, dass es bislang unbekannte und unerwartete Risikofaktoren gebe und dass die derzeit zugelassene Höchstgrenze für Glyphosat neu überdacht werden müsse.