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28.11.2016
cs

Umdeklarierte Biomöhren

410 Tonnen Biomöhren, die die zwei Zuliefererfirmen BioFrische Service GmbH und Nur Bio GmbH an die Naturland-Marktgenossenschaft im nordrhein-westfälischen Lippetal zwischen August und Dezember 2015 geliefert haben, waren mit einer falschen Herkunftsbezeichung versehen. Das stellte eine aufgrund öffentlich gewordener Vorwürfe initiierte Warenwirtschaftsprüfung durch den Raiffeisenverband Westfalen-Lippe bei der Marktgenossenschaft fest. Mehrere Bauern waren mit Lieferscheinen konfrontiert worden, laut denen sie ihre Möhren and die erwähnten Zulieferer verkauft haben sollen. Die Bauern handelten allerdings ihre Ware immer direkt mit der Marktgenossenschaft und kannten die Lieferscheine gar nicht. Die Zulieferer, bei verbunden durch Christian Steep, der wiederum ein enges Geschäftsverhältnis zum bisherigen Marktgenossenschaftsgeschäftsführer Franz Westhus pflegt, hatten niederländische und dänische Biomöhren – produziert wohl nach ähnlich strengen Standards wie die deutschen Öko-Verbandsrichtlinien – über die gefälschten Lieferscheine zu deutschen Naturlandmöhren gemacht. Christian Steep hat inzwischen mit seiner Firma Insolvenz angemeldet, Franz Westhus wurde vom Vorstand der Naturland-Marktgenossenschaft beurlaubt. Ab 1.1.2017 wird ihn – das war schon seit diesem Frühjahr geplant – Volker Ludolph ablösen. Aufsichtsrat und Vorstand der von Naturlandbauern gegründeten und heute knapp 70n Mitglieder zählenden Marktgenossenschaft versprechen per Presseerklärung, das System so zu verschärfen, dass so etwas nicht wieder passieren kann und alles zu tun, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Letztes scheint nötig, gibt es doch unter Biobauern Stimmen, die nicht mehr mit an die Marktgenossenschaft liefern wollen. Das hat sicher auch damit zu tun, dass das Unternehmen, welches auch mit Biokartoffeln und -gemüse handelt, noch nie in dem Ruf stand, beste Preise und Lieferbedingungen zu bieten. Auch die aktuell aufgedeckte Umdeklarierungsaktion spricht so eine Sprache. Hier geht es offensichtlich nicht darum, billige konventionelle Möhren zu teuren Biomöhren zu machen. Vielmehr scheint der Beweggrund, durch eine „Vermehrung“ heimischer Ware mittels – unter Umständnen auch noch günstiger – Auslandsware Druck auch den heimischen Markt auszuüben. Druck, der wiederum den Preis für deutsche Verbandsmöhren insgesamt sinken lässt – zum Vorteil der Händler und zum Nachteil der Bauern.