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28.11.2016
Marianne Landzwttel

Studie: Mit Seetang rülpsen Kühe weniger

Kühe auf der Prince-Edward-Insel vor der kanadischen Ostküste grasen häufig auf Weiden mit Strandzugang. Ein Farmer stellte bereits vor gut zehn Jahren fest, dass seine Tiere den dort angespülten Seetang fressen und ihnen das sehr gut bekommt. Forscher bei der Commonwealth and Industrial Scientific Research Organisation, CISRO, in Australien haben jetzt die Wirkung 20 verschiedener Seetangarten auf den Organismus von Kühen untersucht. Sie kamen zu dem Schluss, dass Seetang nicht nur Gesundheit und Wachstum fördert, sondern auch den Methanausstoß um bis zu 20 Prozent reduzieren kann, wenn es in entsprechend hohen Mengen gefüttert wird. Eine Spezies, Asparagopsis taxiformis, senkte unter Laborbedingungen die Methanproduktion um 99 Prozent. Dieser Seetang produziert Bromoform, das mit Vitamin B12 reagiert und so bestimmte Enzyme im Verdauungstrakt der Kühe blockiert. Ohne den Seetang-Enzym-Blocker werden die Enzyme von Mikroben aufgenommen, die dabei Methan produzieren. Asparagopsis taxiformis wirkt bereits, wenn es weniger als zwei Prozent des Futters ausmacht. In einer weiteren CISRO-Studie (in Zusammenarbeit mit der James Cook University) versucht man jetzt zu klären, wie und in welchem Umfang Seetang die Produktivität bei Milchkühen verbessert.