Artikel aus der Bauernstimme

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verlag[at]bauernstimme.de

28.06.2016
Die Redaktion

Weder pleite noch uncool

Viele Gäste waren zum Jubiläumsfest gekommen

Redakteure aus vier Jahrzehnten

Zeitungen am Band ermöglichten einen Rückblick

Die Bauernstimme ist 40

Das sind 40 Jahre Informationen und Austausch zur bäuerlichen Landwirtschaft. Sie ist nicht immer leichte Kost, die Berichterstattung in unserer Zeitung, aber sie war, ist und soll immer informativ sein und die Hintergründe beleuchten. Als Redaktion sind wir meistens gedrängt vom Wort. Von dem Text, der nicht enden will, weil so vieles noch gesagt werden muss. Und es sind die Bilder – gerade oder obwohl hauptsächlich schwarz-weiß – die sprechen: Bilder von Kühen, von Schweinen, vom Acker und Grünland, von Treckern und Technik. Aber vor allen Dingen Bilder von Bauern und Bäuerinnen, die einen Teil der bäuerlichen Vielfalt auf ihrem Hof leben und ihre Interessen öffentlich, demonstrierend deutlich machen. Und das gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, die ähnliche Ziele haben: Schutz der Umwelt, artgerechte Tierhaltung, fairer Welthandel. Das Themenspektrum reicht von TTIP, Gentechnik, Energiewende, Klimawandel, Ökomarkt bis zur aktuellen Existenzkrise der Milchbäuerinnen und Milchbauern durch eine ignorante marktliberale Politik, die längst auch Thema in der allgemeinen Medienwelt und Gesellschaft ist. Werden wir als Redaktion der Unabhängigen Bauernstimme nun arbeitslos, weil auch die Süddeutsche EU-Agrarpolitik erklärt oder die „Zeit“ eine artgerechte Tierhaltung? Natürlich nicht, denn unser Anspruch ist der bäuerliche Blick auf die Dinge. In der Titelzeile der Unabhängigen Bauernstimme steht bewusst „von Bäuerinnen und Bauern“. Oft hören wir die Kritik, das stimme doch gar nicht, wir seien bezahlte Redakteure und Redakteurinnen, und es mag uns auch nicht immer gelingen, die bäuerliche Perspektive einzunehmen. Allerdings: Mehr Bauern und Bäuerinnen in der Redaktion sind kaum zu kriegen. Und es bleibt unser Anspruch Begleiter, Berichterstatter, Sprachrohr der bäuerlichen Bewegung zu sein, derer, die nicht verharren in Rechtfertigungsgefechten der Gesellschaft gegenüber, sondern auf sie zugehen, reden, auch kämpfen. Kritiker sagen gerne: Nichts erreicht, 40 Jahre, 6.000 Zeitungen, voranschreitender Strukturwandel, Agrarindustrie allerorten. Dagegen kann, muss man sagen: Ja, aber auch gebliebene bäuerliche Betriebe, die Perspektiven entwickeln konnten, eine gesellschaftliche Debatte über die Art, wie wir Tiere halten, welche Art von Landwirtschaft wir wollen, die Ächtung von Gentechnik und Agrarindustrie. Politik und Industrie kommen an den Debatten nicht mehr vorbei, auch wenn sie es gerne wollten. Es könnte immer alles noch besser sein, es könnten noch mehr Bauern und Bäuerinnen die Unabhängige Bauernstimme lesen und noch mehr kritische Städter und andere Menschen auch. Die Unabhängige Bauernstimme könnte aber auch längst in der Bedeutungslosigkeit versunken sein oder pleite als uncooler, grobpapieriger, vornehmlich schwarz-weiß gedruckter Printdinosaurier – stattdessen wird sie 40 Jahre alt.