Klimaziele nur mit Flächenbindung und Abstockung der Tierbestände zu erreichen

Mit dem von der Bundesregierung vorgelegten Klimapaket sind die selbst gesteckten Klimaschutzziele laut einer jetzt vorgelegten und vom  Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie nicht zu erreichen. Zwar werden die größten Defizite im Bereich Verkehr und Gebäude gesehen, aber auch im Bereich Landwirtschaft muss nachgebessert werden. „Für das Klimaziel der Landwirtschaft weist Klöckners Maßnahmenpaket eine massive Unterdeckung von 6 Mio. t CO2-Äquivalenten aus. Ohne eine Nachschärfung der Maßnahmen würde der Zielwert von 58 Mio. t CO2 deutlich verfehlt“, kritisiert Gerald Wehde, Geschäftsleiter Agrarpolitik bei Bioland und ergänzt: „Dabei liegt die Lösung auf der Hand. Nur mit einer konsequenten Bindung der Tierhaltung an die Fläche und einer deutlichen Abstockung der Tierbestände ist das Klimaziel im Sektor Landschaft noch zu schaffen. Ministerin Klöckner schließt diese Option jedoch kategorisch aus.“

Der 10 Punkte-Plan von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zur Erreichung der Klimaziele im Bereich Landwirtschaft ist für Bioland unzureichend und schöngerechnet. „Klöckners Maßnahmenpaket basiert auf unrealistischen Annahmen, das ist jetzt gutachterlich bestätigt. Die Landwirtschaftspolitik verschleiert, genau wie in der Kohlepolitik, zu lange die Fakten – das macht den notwendigen Umbau für uns alle nur teurer und noch schmerzhafter“, sagt Wehde.

Klöckner nutze die Klimaschutzdebatte, um die industrielle Tierhaltung weiter zu fördern. So wolle sie den Bau von Güllelagern und -aufbereitungsanlagen sowie von Biogasanlagen massiv fördern, obwohl eine Strategie zur Senkung der Tierbestände längst überfällig sei. „Seit Jahrzehnten ist klar, dass zu viel Gülle und damit Nitrat in unserem Grundwasser landet, die Tierbestände viel zu hoch sind und Deutschland Jahr um Jahr wichtige EU-Umweltziele verfehlt. Wir alle zahlen dafür den Preis doppelt und dreifach. Für die Umweltschäden mit zusätzlichen Steuergeldern, für den Aufwand der Grundwasseraufbereitung und den noch drohenden EU-Strafen“, so Wehde.

Eine „Klimaschutzverhinderin“ sieht angesichts der Studie der NABU in Landwirtschaftsministerin Klöckner. „Die notwendigen Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen werden immer noch nicht angepackt, obwohl klar ist, dass ein Ende der Agrarsubventionen für klimaschädliche Nutzung von Moorböden und das Verbot von weiterer Entwässerung enorme Mengen CO2 einsparen könnten. Eine Reduzierung der Tierbesatzdichten würde nicht nur die Treibhausgasemissionen deutlich senken, sondern auch helfen, enorme EU-Strafen wegen der Nitratbelastung von Böden und Grundwasser zu vermeiden“, erklärt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

09.03.2020
Von: FebL/PM

Nur mit einer Flächenbidnung und einer Abstockung der Tierbestände sind die Klimaziele zu erreichen. Foto: FebL