Erfahrungen mit dem Ringelschwanz

Der Ringelschwanz lasse sich nicht gut halten - im gängigen Vollspaltensystem. So die Kurzfassung eines Praxisprojektes und dessen Deutung. Doch wo bleibt der Blick auf langjährige Praxiserfahrungen durch artgerechtere Haltungsverfahren, z.B. bei Neuland? Nach Abschluss der dritten Phase der Nordrhein-Westfalen-Erklärung zum Kupierverzicht zeigte sich in den insgesamt 58 Teilnehmer-Betrieben ein stark sinkender Anteil der versuchsweise unkupierten Schweine mit intaktem Ringelschwanz: Nach der Saugferkelphase hatten noch 93,5 % einen heilen Ringelschwanz. Zum Ende der Ferkelaufzucht - Knackpunkt in der Schweinehaltung - sank der Anteil auf 50,9 %. Am Mastende konnte bei 28,3 % der Tiere ein unversehrter Schwanz festgestellt werden. Die meisten Tiere wurden auf Vollspalten ohne Außenklima, Einstreu oder deutliche Strukturierung gehalten (Ferkelaufzucht: 44 Betriebe, Mast: 46 Betriebe). Im Februar 2014 hatten der damalige Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) und die beiden Präsidenten der nordrhein-westfälischen Bauernverbände eine „Gemeinsame Erklärung zum Verzicht auf das ‚routinemäßige‘ Kürzen des Schwanzes bei Schweinen“ beschlossen – um auf Praxisbetrieben mit intensiv begleitender Beratung Lösungen zu suchen. Momentan könne „noch keine Empfehlung für einen flächendeckenden Kupierverzicht gegeben werden“, so der Abschlussbericht. Der Weg dorthin müsse mit einer engen Begleitung und Beratung der Betriebe sowie einer Verbesserung der allgemeinen Haltungsbedingungen einhergehen. Zeitlich müsse ein Lern- und Anpassungsprozesses berücksichtigt werden.

07.02.2018
Von: cw